Nach der Rettung eines Kindes : Tapfere Erzieherin wird geehrt

Die Kindergartenmitarbeiterin, die am Montag einen Dreijährigen aus einem Bergwerkschacht gerettet hatte, soll eine Auszeichnung bekommen. Die Behörden wollen jetzt alle offenen Gruben kontrollieren.

Rettung. Feuerwehrleute am Montag am Unglücksort.
Rettung. Feuerwehrleute am Montag am Unglücksort.Foto: dpa

Für ihre mutige Rettung eines kleinen Jungen aus einem alten Bergwerksschacht soll eine 37-jährige Kindergärtnerin mit der niedersächsischen Rettungsmedaille geehrt werden. Ministerpräsident David McAllister (CDU) habe vorgeschlagen, die als „Heldin vom Osterwald“ gefeierte Erzieherin auszuzeichnen, sagte ein Sprecher der Staatskanzlei am Mittwoch. Die Frau hatte einem Dreijährigen das Leben gerettet, der 25 Meter tief in den schlecht gesicherten Schacht gestürzt war. Ohne zu wissen, wie tief der Schacht war, sprang sie sofort hinterher und hielt das Kind bis zur Bergung eineinhalb Stunden lang im eiskalten Wasser am Grund des Schachtes an der Oberfläche. „Die Frau hat dem Kind mit ihrer herausragend couragierten Leistung des Leben gerettet“, sagte McAllisters Sprecher Oliver Wagner. Die Frau erlitt nur leichte Verletzungen und wurde aus der Klinik entlassen, der Junge hat eine Leberprellung und muss noch im Krankenhaus bleiben.

Wer schuld daran ist, dass der kleine Junge während eines Kindergartenausflugs in den Schacht stürzen konnte, ist weiter unklar. Es werde nach wie vor auch nicht strafrechtlich ermittelt, sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch. In den kommenden Monaten sollen nach Angaben des Landesamtes für Bergbau alle bekannten Tagesöffnungen im Raum Osterwald kontrolliert werden. Die Abdeckung des Unglücksschachts war zuletzt im Mai kontrolliert worden. Das Loch sei mit Lärchenstämmen grundsätzlich „ausreichend“ gesichert gewesen, sagte eine Sprecherin des Landwirtschaftsministeriums. Möglicherweise sei das Loch durch starke Regenfälle aber größer geworden.

Die Untersuchungen vor Ort hätten aber ergeben, dass „kein schuldhaftes Verhalten“ vorliege, sagte sie. Bei Kontrollen war das Problem nicht entdeckt worden.

In Niedersachsen gibt es laut Landesamt etwa 4500 solcher Tagesöffnungen. Allerdings seien einige Schächte auch nicht bekannt, da dort etwa Bergbau noch vor der Einrichtung der Bergbehörden betrieben wurde. dpa/dapd

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