Nach der Schließung wegen sexueller Übergriffe : Mainzer Kita öffnet wieder

Vor einem Jahr war eine katholische Kita in Mainz wegen angeblicher sexueller Übergriffe geschlossen worden. Die erwiesen sich als haltlos. Bischof Giebelmann entschuldigt sich.

Verwaist seit einem Jahr: die katholische Kindertagesstätte "Maria Königin".
Verwaist seit einem Jahr: die katholische Kindertagesstätte "Maria Königin".Foto: Harald Kaster/dpa

Die wegen des Verdachts auf sexuelle Übergriffe unter Kindern geschlossene katholische Kindertagesstätte „Maria Königin“ in Mainz soll im Oktober wieder geöffnet werden. Das kündigte am Freitag der Mainzer Diözesanadministrator Dietmar Giebelmann an. Die Kita war im Juni vergangenen Jahres geschlossen worden, nun soll sie auch neues Personal erhalten.

Giebelmann, damals Generalvikar des Bistums Mainz, hatte dem erzieherischen Personal der Kita schwerste Verletzungen der Aufsichtspflicht vorgeworfen, ihm fristlos gekündigt und Strafanzeige gestellt. Ein abschließendes Fazit der Mainzer Staatsanwaltschaft steht noch aus. Sie hatte aber bereits im November mitgeteilt, ihre Ermittlungen hätten bis dahin keine Bestätigung für den Verdacht ergeben, es sei in der Kita zu sexuellen Übergriffen unter Kindern gekommen. Insofern erübrige sich auch der Vorwurf, das Kita-Personal habe seine Aufsichtspflicht in strafrechtlich relevanter Weise verletzt.

Giebelmann, der nach dem Rücktritt von Bischof Kardinal Karl Lehmann das Bistum übergangsweise verwaltet, erklärte am Freitag, mit dem Wissen von heute hätte er seinerzeit manches anders entschieden. „Ich würde vor allem mit den Mitarbeitern einzeln sprechen, nicht nur in der Gruppe, und außerdem eine Freistellung auf Zeit aussprechen statt einer fristlosen Kündigung“, sagte Giebelmann. Damals habe man aber enorm unter Druck gestanden.

Weiter äußerte Giebelmann: „Ich entschuldige mich bei den Kindern, denen nicht genügend Achtsamkeit und Aufmerksamkeit entgegengebracht wurde, ich entschuldige mich bei den Eltern, die spürten, dass ihre Kinder nicht lachend aus der Kita kamen, und ich entschuldige mich bei den Erziehern, die sich bemüht haben, den Kindern mehr Förderung und Achtsamkeit entgegenzubringen, die sich aber nicht durchsetzen konnten.“

Die sechs vom Bistum fristlos gekündigten Erzieherinnen hatten Erfolg auf dem von ihnen dagegen beschrittenen Klageweg. Die frühere Leiterin der Kindertagesstätte ist seit April in einer anderen Kita des Bistums Mainz tätig. (KNA)

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