Welt : Nach einer Studie erkranken inzwischen fast genauso viele Frauen wie Männer

Die Zahl der Lungenkrebserkrankungen bei jüngeren Frauen nimmt dramatisch zu. Nach einer Studie der Lungenklinik Heckeshorn erkranken inzwischen fast genauso viele Frauen wie Männer unter 45 Jahren an einem Bronchialkarzinom. Der Anteil jüngerer Frauen an der Gruppe der Lungenkrebspatienten habe sich innerhalb eines Jahrzehntes verdoppelt. Die Ärzte hatten die Daten von etwa 5000 Patienten mit Lungenkrebs untersucht, die in den Jahren 1986 bis 1995 in die Klinik aufgenommen worden waren.

Als wesentliche Ursache für den rapiden Anstieg nannten die Experten, dass der Anteil der Raucherinnen in den vergangenen Jahren enorm zugenommen habe. 88 Prozent der erkrankten Frauen hätten regelmäßig geraucht, betonte Abteilungsleiter Professor Robert Loddenkemper. Hinzu komme, dass Frauen für die krebserregende Wirkung von Zigaretten wahrscheinlich noch anfälliger seien als Männer.

Erste Hinweise auf einen möglichen Lungenkrebs sind nach Angaben des Experten häufiges Husten, Brustschmerz und Gewichtsverlust. In solchen Fällen sollte sofort ein Facharzt aufgesucht werden, riet Loddenkemper. Seinen Angaben zufolge war die Zeit von ersten Symptomen bis zur Diagnose bei den untersuchten Frauen kürzer als bei Männern. Ein Grund dafür könnte sein, dass Patientinnen häufiger eine aggressive und schneller wachsende Tumorform entwickeln. Dafür spreche, dass der Krebs bei Frauen zum Zeitpunkt der Diagnose im Durchschnitt forgeschrittener war als bei Männern.

Die Heilungsaussichten bei Lungenkrebs sind nach Darstellung Loddenkempers nach wie vor schlecht. Die einzige Chance liege deshalb in der Vorbeugung: Dies heiße, mit dem Rauchen aufzuhören beziehungsweise gar nicht erst anzufangen.

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