Nach Erdbeben : Zahl der Opfer in Kolumbien steigt

Nach einem Erdbeben der Stärke 5,6 im Zentrum Kolumbiens ist die Opferzahl auf mindestens 14 gestiegen: Die Menschen kamen durch Steinschlag und Erdrutsche ums Leben. In einzelnen Regionen brach Panik aus.

Kolumbien
Eingestürzte Häuser nach dem Erdbeben. -Foto: dpa

BogotáMindestens 65 Menschen seien bei den Erdstößen am Samstag verletzt worden, berichtete der Fernsehsender Caracol unter Berufung auf das Rote Kreuz in der Hauptstadt Bogotá. Etwa 9000 Menschen seien von dem Beben betroffen worden, das auch im Südwesten des Landes Schäden anrichtete.

Die Toten habe es durch Steinschlag und Erdrutsche auf der Fernstraße von Bogotá nach Villavicencio, der Hauptstadt der Provinz Meta, gegeben. Mehrere Fahrzeuge seien dort durch Felsbrocken völlig zerstört worden. Am stärksten seien die kleinen Ortschaften Quetame und Calvario bei Bogotá betroffen. In Quetame seien 70 Prozent aller Gebäude schwer beschädigt. Insgesamt seien 363 Gebäude zerstört worden. In der Hauptstadt selbst und anderen Städten der Region brach Panik aus.

Das Epizentrum hat sich etwa 55 Kilometer südöstlich von der Hauptstadt befunden. Da sich das Beben in geringer Tiefe von 3,9 Kilometern ereignet hat, sind die Erdstöße sehr stark zu spüren gewesen. Mindestens drei heftige Nachbeben versetzten die Menschen immer wieder in Angst und Schrecken.

Kolumbien ist dauerhaft von Erdbeben gefährdet

In der Hauptstadt brachen mindestens zwei Feuer aus, eines in einem Einkaufszentrum, ein zweites in einem Fernsehsender. Auch seien an mehreren Gebäuden, darunter auch Hotels, Risse entstanden, hieß es weiter. Zeitweise seien auch Telefonverbindungen unterbrochen gewesen, sagte Innenminister Carlos Holguín. In kleineren Orten, die näher am Epizentrum liegen, stürzten nach ersten Angaben mindestens 40 Häuser ein.

In Bogotá und umliegenden kleineren Städten im Zentrum des Landes flüchteten viele Menschen ins Freie. Auch Präsident Alvaro Uribe wurde bei einer Versammlung in der Gemeinde Florida in der südwestlichen Provinz Valle del Cauca von den Erdstößen überrascht. Die Sitzung sei unterbrochen worden, hieß es. Kolumbien liegt in einer ständig von Erdbeben gefährdeten Region, wo die Nazca-Platte und die Südamerikanische Platte aneinanderstoßen. 1999 starben bei einem Erdbeben der Stärke 6,2 fast 1200 Menschen. (sba/dpa)

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