Nach ICE-Unglück : Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Deutsche Bahn

Vor zwei Monaten ist ein ICE mit Tempo 220 in eine Schafherde gerast und entgleist. Der Schäfer steht im Zentrum der Untersuchungen. Nun hat die Staatsanwaltschaft auch Ermittlungen gegen die Deutsche Bahn eingeleitet.

Fulda/Frankfurt Rund zwei Monate nach dem ICE-Unglück am Landrückentunnel bei Fulda, bei dem 19 Menschen verletzt wurden, ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen die Deutsche Bahn. Geprüft wird, ob die Bahn ihrer Unfallverhütungs- und Verkehrssicherungspflicht nachgekommen ist. Nach einer Strafanzeige eines unbeteiligten Rechtsanwalts gegen "Verantwortliche der Deutschen Bahn" sei ein Verfahren wegen eines bestehenden Anfangsverdachts formal eingeleitet worden, teilte die Staatsanwaltschaft in Fulda mit.

Dabei geht es im Kern darum, was in der Betriebsleitzentrale in Frankfurt aus der Meldung eines Zugführers geworden ist, der kurz vor dem ICE Hamburg-München an dem Tunnel in entgegengesetzter Richtung mit einem Schaf kollidiert war. Im Fokus der Ermittler steht aber nach wie vor der Schäfer der Herde, gegen den wegen des Verdachts des fahrlässigen Eingriffs in den Bahnverkehr ermittelt wird.

19 Menschen verletzt

Der ICE war am 26. April an der Einfahrt in den längsten Eisenbahntunnel Deutschlands mit Tempo 220 in die Schafherde des Landwirts gerast und entgleist. 19 Menschen wurden bei dem Unfall verletzt. Mehr als 20 Schafe wurden getötet. Es entstand Sachschaden in Millionenhöhe. Erst rund sieben Wochen später war der elf Kilometer lange Tunnel wieder zweigleisig befahrbar.

Die Staatsanwaltschaft Fulda wartet bei den Ermittlungen der Unfallursache auf zwei von ihr in Auftrag gegebene Gutachten. Die Expertise eines Veterinärmediziners soll Aufschluss darüber geben, was die Schafe vor das Tunnelportal getrieben haben könnte. Ein technisches Gutachten soll das Entgleisen des Zuges klären. (ae/dpa)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben