Nach Kunstraub in Rotterdam : Gemälde vielleicht doch nicht verbrannt

Die Meldung, sieben aus der Rotterdamer Kunsthalle entwendete Gemälde seien in einem rumänischen Ofen verbrannt, hatte für weltweites Entsetzen gesorgt. Nun änderte die Mutter eines der Angeklagten ihre ursprüngliche Aussage. Die Meisterwerke seien intakt. Ihr Verbleib ist weiter ungeklärt.

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Doina Lupu, die Anwältin von Radu Dogaru und seinem mußmaßlichen Komplizen Eugen Darie, in Bukarest.
Doina Lupu, die Anwältin von Radu Dogaru und seinem mußmaßlichen Komplizen Eugen Darie, in Bukarest.Foto: AFP

Die Gemälde, die drei mutmaßliche Diebe im Oktober 2012 aus der Rotterdamer Kunsthalle entwendet und nach Rumänien gebracht haben, sind eventuell doch nicht zerstört. Das berichteten diverse Online-Medien, mit Bezug auf die APA (Austria Presse Agentur) am 22. Juli.

Die Mutter einer der mutmaßlichen Täter, Olga Dogaru, änderte am 22. Juli vor Gericht ihre Aussage. Ursprünglich meldete sich die Frau im rumänischen Fernsehen zu Wort und behauptete, sie habe nach der Festnahme ihres Sohnes Radu die Meisterwerke in ihrer Wohnung im rumänischen Carcaliu verbrannt. Die Bilder sind weiterhin nicht auffindbar.

"Ich habe die Gemälde nicht verbrannt", sagte Olga Dogaru vor Gericht. Die Abänderung ihrer Behauptung erklärte sie damit, dass sie ihrem Sohn aufgrund der schweren Anklage helfen wollte. Nach der Festnahme ihres Sohnes habe sie die Bilder, die ursprünglich im Haus ihrer Schwester aufbewahrt worden waren, in einem Koffer zunächst in ein verlassenes Haus geschafft. Später habe sie die Bilder in Plastiksäcken auf dem örtlichen Friedhof vergraben.

Spektakulärer Kunstraub in Rotterdam
Prominente Leerstelle: Wo am Vortag noch Henri Matisse' "Lesende in Weiß und Gelb" hing, klafft in der Rotterdamer Kunsthalle heute eine Lücke.Alle Bilder anzeigen
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16.10.2012 15:51Prominente Leerstelle: Wo am Vortag noch Henri Matisse' "Lesende in Weiß und Gelb" hing, klafft in der Rotterdamer Kunsthalle...

Eine Expertise der rumänischen Staatsanwaltschaft hatte ergeben, dass in der Asche, die später aus dem Müll der Familie entnommen wurde, Farbreste nachgewiesen werden konnten. Für eine einwandfreie Analyse und Identifikation der Farbreste hat das Beweismaterial jedoch nicht ausgereicht. Das Bukarester Kunstmuseum untersucht die Asche nun weiter.

Die Anwälte der Beschuldigten forderten unterdessen die Expertise des Louvres. Olga Dogaru, ihr Sohn und seine mutmaßlichen Mittäter wurden mittlerweile angeklagt, aus dem Rotterdamer Museum sieben Meisterwerke unschätzbaren Wertes gestohlen zu haben. Die Bilder sollen anschließend zum Zweck des illegalen Weiterverkaufs nach Rumänien gebracht worden sein. Der Wert der Kunstwerke dürfte sich je nach Schätzung zwischen 100 und 200 Millionen Euro bewegen.

Der spektakuläre Kunstraub und die Mutmaßungen um die verbrannten Bilder hatte weltweit Entsetzen ausgelöst. Wie der Prozess jetzt fortgeführt wird, ist unklar. Der nächste reguläre Verhandlungstermin ist der 13. August.

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