Nach Mord an Anneli : Täter zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt

Die 17-Jährige Anneli-Marie wurde verschleppt und dann getötet, als die Täter ihre Entdeckung fürchteten. Nun fiel in Dresden das Urteil.

Einer der beiden am Montag verurteilten Täter (Mitte) im Fall der ermordeten 17-jährigen Anneli wird in das Landgericht in Dresden geführt.
Einer der beiden am Montag verurteilten Täter (Mitte) im Fall der ermordeten 17-jährigen Anneli wird in das Landgericht in Dresden...Foto: Christian Essler/dpa

Das Dresdner Landgericht hat den Entführer der 17-jährigen Anneli-Marie am Montag wegen Mordes zu lebenslanger Freiheitsstrafe und seinen Komplizen zu achteinhalb Jahren verurteilt. Die Schwurgerichtskammer sah es als erwiesen an, dass die Männer sich des Mordes in Tateinheit mit erpresserischem Menschenraub mit Todesfolge schuldig gemacht haben. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, dagegen kann Revision eingelegt werden.

Markus B. und Norbert K. sollen die Gymnasiastin am 13. August 2015 in Klipphausen (Landkreis Meißen) entführt haben, um 1,2 Millionen Euro zu erpressen. An das Geld kamen sie nicht. Die Jugendliche wurde am nächsten Tag erdrosselt und erstickte. Bei Markus B. stellte die Schwurgerichtskammer zudem eine besondere Schwere der Schuld fest.

Die 17-jährige Anneli-Marie war am 15. August 2015 entführt worden. Die Täter forderten von der Familie 1,2 Millionen Euro Lösegeld.
Die 17-jährige Anneli-Marie war am 15. August 2015 entführt worden. Die Täter forderten von der Familie 1,2 Millionen Euro...Foto: Polizei Dresden/dpa

Die Staatsanwaltschaft hatte eine lebenslange Freiheitsstrafe für Markus B. gefordert, da er Anneli-Marie aus Angst vor Entdeckung rücksichtslos und brutal getötet habe. Bei Norbert K. hatte sie auf Mord durch Unterlassen plädiert, weil er die Jugendliche mehrfach hätte retten können. Da der 62-Jährige bei der Aufklärung half und im Gegensatz zu Markus B. nicht vorbestraft ist, hatte sie auf 15 Jahren Freiheitsstrafe plädiert.

Die Verteidigung sah keine Beweise für den Mordvorwurf gegen B. und hatte zwölf Jahre Freiheitsstrafe verlangt, der Anwalt von Norbert K. wegen Beihilfe vier Jahre und fünf Monate. (dpa)

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