Nach Notlandungs-Serie : Spanien will mehr Kontrollen von Ryanair-Flugzeugen

Zum dritten Mal in vier Tagen ist ein Flugzeug der irischen Gesellschaft Ryanair in Spanien außerplanmäßig gelandet. Jetzt reagiert das spanische Verkehrsministerium.

Bei Ryanair häufen sich die Pannen.
Bei Ryanair häufen sich die Pannen.Foto: dpa

Nach einer Reihe von Zwischenfällen auf Flügen der Billig-Airline Ryanair in den vergangenen Wochen plant Spanien schärfere Kontrollen von Maschinen der Fluggesellschaft. Angesichts der „Tatsache“, dass die Maschinen der irischen Low-Cost-Gesellschaft vor allem in Spanien eingesetzt würden, wollten die spanischen Behörden die Möglichkeit haben, intensivere Überprüfungen vorzunehmen, erklärte Infrastruktur-Staatsminister Rafael Catalá am Sonntag.

Am Samstag war eine Ryanair-Maschine auf dem Weg von Bristol nach Reus im Nordosten Spaniens nach Angaben der Airline wegen eines „möglichen Triebwerksproblems“ auf dem Flughafen Prat bei Barcelona gelandet. Am Sonntag kam es nach Angaben der spanischen Flughafenverwaltung Aena auf einem Flug zwischen Paris-Beauvais und Teneriffa erneut zu einem Zwischenfall, die Maschine musste „wegen technischer Probleme“ auf dem Flughafen Madrid-Barajas landen. Im Juli hatte Ryanair drei Mal Notlandungen wegen Treibstoffmangels beantragt.

Die Landung auf dem Flughafen Barajas sei ohne Zwischenfälle verlaufen, teilte ein Sprecher des spanischen Flughafenbetreibers Aena der amtlichen Nachrichtenagentur EFE mit. Die Maschine war auf dem französischen Flughafen Beauvais zum Airport Teneriffa Süd gestartet. Der Pilot hatte laut Aena eine ungeplante Landung auf Barajas beantragt. Die genaue Art der technischen Probleme war zunächst unbekannt. Nach dreistündiger Reparatur habe die Maschine den Flug Richtung Kanarische Inseln fortgesetzt.

Schon am vergangenen Donnerstag musste eine Ryanair-Maschine aus Weeze am Niederrhein nach schweren Turbulenzen beim Landeanflug auf dem Flughafen Palma de Mallorca notlanden. Drei Menschen wurden bei die Turbulenzen leicht verletzt. Am 26. Juli waren drei Ryanair-Flugzeuge mit Ziel Madrid wegen eines Gewitters nach Valencia umgeleitet worden. Die Maschinen hatten dabei den Notruf Mayday abgesetzt, da die Kerosinmenge ein kritisches Minimum erreichte. Anschließend wurden Vorwürfe laut, die Fluglinie setze die Piloten unter Druck, um die Maschinen aus Kostengründen nur minimal zu betanken.

Die wiederholten Zwischenfälle bei Ryanair-Jets hat das spanische Verkehrsministerium dazu veranlasst, den EU-Verkehrskommissar Siim Kallas und die irische Luftfahrtbehörde IAA dazu aufzurufen, die Luftfahrtsicherheit zu verbessern. Spanien will die nationalen Kompetenzen bei der Überwachung jener Fluggesellschaften erweitern, die in dem südeuropäischen Land eine starke Präsenz haben.

Ryanair-Chef Michael ÒLeary weist Vorwürfe mangelnder Sicherheit seiner Airline entschieden zurück. In einem Gespräch mit einer spanischen Zeitung bezichtigte er das spanische Verkehrsministerium, eine Hetzkampagne gegen Ryanair zu betreiben. (dpa)

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