Nach Protest : Rassismus-Vorwurf: Dresdner Zoo benennt Affen namens "Obama" um

Konfrontiert mit dem Vorwurf des Rassismus hat sich der Dresdner Zoo entschieden, einem jungen Äffchen namens "Obama" einen anderen Namen zu geben.

Kristen Allen
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Wird umbenannt. Das Äffchen im Dresdner Zoo.Foto: dpa

Der Dresdner Zoo hatte einem neugeborenen Mandrill den Namen "Obama" gegeben. Die Initiative Schwarzer Menschen in Deutschland (ISD) nahm Anstoß daran und forderte die Umbenennung des Äffchens. Eine solche Namensgebung sei rassistisch. "Es ist eine Katastrophe", sagte der ISD-Vorsitzende Tahir Della am Freitag zur englischsprachigen deutschen Internet-Seite "The Local". "Schwarze Menschen werden immer wieder mit Vergleichen aus dem Tierreich und der Primitivität konfrontiert."

"Die Wahl sollte etwas Positives ausdrücken", sagte die Dresdner Tierpflegerin Manuela Collmar. Der Name solle den amerikanischen Präsidenten ehren auch anlässlich seines Besuchs in Dresden. Weder ihr noch ihren Kollegen sei klar gewesen, dass Affen in der Geschichte immer wieder als Karikatur und ethnisches Stereotyp für schwarze Menschen benutzt worden seien.

In einer Email an den ISD-Direktor schrieb Zoodirektor Karl-Heinz Ukena: „Die damit möglicherweise verbundenen Assoziationen sind bei der Namensgebung nicht bedacht worden und uns liegt ein rassistischer Duktus - dies auch vor dem Hintergrund, dass der US-Präsident erst kürzlich Dresden besucht hat - wirklich fern.“ Der Zoo habe seine "Wertschätzung" für Barack Obama ausdrücken wollen. Ukena entschuldigte sich für jedwede "Irritation", die der Name ausgelöst habe könnte.

Die ISD antwortete mit der Bitte, die Sache ernst zu nehmen und den Mandrill umzubenennen. Dieses Ansinnen blieb zunächst unbeantwortet, ein Anruf am Freitag ergab, dass der Direktor in Urlaub sei. Kurz darauf teilte der Zoo "The Local" mit, dass der Affe nun umbenannt würde.

„Wir werden ihn 'Okeke' nennen. Das heißt 'Der am Markttag geboren ist‘", sagte Annette Heine, die Sekretärin des Zoo-Direktors.

Gekürzte und übersetzte Fassung eines Beitrags aus "The Local". Das englische Original finden Sie hier.

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