Welt : Nach Regen Hochwasser im Norden

Hannover - Starke Regenfälle haben in Niedersachsen die Pegel der Flüsse und Talsperren erheblich ansteigen lassen. Einige Flüsse traten über die Ufer, Keller liefen voll und Straßen wurden gesperrt. Die Talsperren im Harz waren teilweise bis zum Rand gefüllt. Nach Angaben des Überregionalen Hochwasserwarndienstes waren vor allem die Leine sowie Wasserläufe in den südniedersächsischen Mittelgebirgsregionen von Überschwemmungen betroffen. Bei Greene lag der Pegel der Leine mit 5,22 Meter etwa doppelt so hoch wie sonst. Die Lage sei angespannt, sagte ein Sprecher der Warnzentrale: „Das ist schon ein ordentliches Hochwasser. Aber das kann im Winter schon mal vorkommen.“ In der Region Hannover, Braunschweig und Göttingen wurden einige Straßen gesperrt.

An den Talsperren könnte die Lage bei anhaltenden Regenfällen noch bedrohlich werden. Nach Angaben der Harzwasserwerke ist die Innerste-Talsperre bereits zu 95 Prozent gefüllt. Vermutlich am Dienstagmorgen werde sie komplett gefüllt sein, sagte ein Sprecher. Eventuell müsse die Abflussmenge aus dem Stausee dann auf das Doppelte erhöht werden. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) fielen vor allem im Süden Niedersachsens am Wochenende erhebliche Regenmengen. In Braunlage im Harz waren es von Freitag bis Sonntagabend 148 Liter pro Quadratmeter. „Das ist deutlich mehr als das gesamte Januar-Soll“, sagte ein DWD-Meteorologe.

Angesichts der Überschwemmungen kritisierte der Nabu die Hochwasserpolitik der Landesregierung. Es müssten Schlüsse aus dem Klimawandel gezogen und ein landesweites Programm für Rückhalteflächen umgesetzt werden, sagte der Landesvorsitzende Hans-Jörg Helm. „Die jahrzehntelange Politik, das Wasser möglichst schnell abzuführen, bringt nur größere Hochwasserprobleme bei unten liegenden Anrainern mit sich.“ ddp

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