Nach SEK-Skandal : Ermittlungen gegen 15 Beamte der Kölner Polizei

Beim SEK Köln hatte sich ein junger Kollege über brutale Aufnahmepraktiken beschwert. Die Staatsanwaltschaft Köln hat nun die Ermittlungen aufgenommen.

Beamte eines Spezialeinsatzkommandos (SEK) bei einer Übung in Düsseldorf im Jahre 2008.
Beamte eines Spezialeinsatzkommandos (SEK) bei einer Übung in Düsseldorf im Jahre 2008.Foto: dpa

Die Vorwürfe gegen Elite-Polizisten eines Spezialeinsatzkommandos (SEK) der Kölner Polizei sind jetzt ein Fall für die Justiz: Die Staatsanwaltschaft Köln leitete ein Ermittlungsverfahren wegen Verdachts auf Körperverletzung und Nötigung beziehungsweise Untreue gegen insgesamt 15 Beamte ein, wie ein Sprecher am Donnerstag auf Anfrage mitteilte.

Das Kölner SEK sieht sich seit Tagen mit Vorwürfen wegen angeblich demütigender Aufnahmerituale konfrontiert. Nach übereinstimmenden Berichten regionaler Medien soll ein Polizist von Kollegen schikaniert und unter anderem gegen seinen Willen festgebunden worden sein. Zuvor war das SEK bereits wegen Bildern aus einem Polizeihubschrauber in die Schlagzeilen geraten, die Polizisten angeblich bei einer Höhenübung auf dem Pylon der Kölner Severinsbrücke zeigen. In Wahrheit sollen die Bilder jedoch aus privaten Gründen angefertigt worden sein.

Der Kölner Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer sagte, die Strafverfolgungsbehörde habe sowohl im Fall Severinsbrücke als auch bezüglich der Mobbing- und Misshandlungsvorwürfe einen "Anfangsverdacht". Im Fall der Misshandlungsvorwürfe werde gegen zehn Beamte wegen Verdachts auf Körperverletzung und Nötigung ermittelt, im Fall des Hubschraubereinsatzes gegen fünf Beamte wegen Untreue-Verdachts.

Bereits am Mittwoch war bekannt geworden, dass der Kölner Polizeipräsident wegen der Vorwürfe Disziplinarverfahren gegen elf Beamte des Kölner SEK und einen zwischenzeitlich zu einer anderen Behörde versetzten Beamten eingeleitet hatte. Zugleich kündigte Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger (SPD) eine vorsorgliche Sonderinspektion sämtlicher SEK-Einheiten des Bundeslandes an. "Mobbing und inakzeptable Aufnahmerituale darf es bei der NRW-Polizei nicht geben", erklärte Jäger. (AFP)

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