• Nach Selbstmord eines Erfurter Schülers Rätselraten um Motiv Polizei schließt Fremdeinwirken aus Hinweise für private Gründe

Welt : Nach Selbstmord eines Erfurter Schülers Rätselraten um Motiv Polizei schließt Fremdeinwirken aus Hinweise für private Gründe

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Erfurt (dpa). Das Motiv für den Selbstmord eines 18 Jahre alten Schülers des Erfurter Gutenberg-Gymnasiums war am Sonntag zunächst weiter völlig unklar. „Es gibt keine Hinweise auf ein mögliches Motiv“, sagte ein Polizeisprecher. Es gebe weder einen Abschiedsbrief noch Hinweise aus dem Verwandten- und Bekanntenkreis. Der 18-Jährige hatte sich in der Nacht zum Samstag das Leben genommen, sechs Wochen nach dem Massaker des 19-jährigen früheren Gutenberg-Schülers Robert Steinhäuser mit 17 Toten.

Die Eltern fanden den 18-Jährigen gegen 1.20 Uhr tot auf dem Grundstück außerhalb des Hauses. Berichte der „Bild am Sonntag“, wonach sich der Junge in der Scheune erhängt hatte, wollte der Polizeisprecher weder bestätigen noch dementieren. Die Erfurter Polizei hatte nach ihren Angaben zu dem Selbstmord bis Sonntag keinerlei Erkenntnisse über einen Zusammenhang mit dem Schulmassaker vom 26. April. Der 18-Jährige sei nach der Bluttat im Rahmen der Nachsorge gruppenpsychologisch betreut worden. Nach dpa-Informationen gibt es Hinweise, die dafür sprechen, dass es sich um private Gründe, die nichts mit der Schule zu tun haben, handeln könnte. Eine Fremdeinwirkung schloss die Polizei nach ihren bisherigen Erkenntnissen aus. Ein Notarzt hatte vergeblich versucht, den jungen Mann wiederzubeleben.

Vermutungen, dass der 18-Jährige nach einer Aufführung von Frank Wedekinds „Frühlings Erwachen“ bei den Thüringer Schultheatertagen zu dieser Verzweiflungstat getrieben wurde, bestätigten sich nicht.

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