Nach Tod zweier Jugendlicher : Gewaltausbrüche in Pariser Vorstadt

Der Unfalltod von zwei Jugendlichen hat in einer Pariser Vorstadt in der Nacht zum Freitag zu Gewaltausbrüchen und Straßenkämpfen gegen Polizeikräfte geführt.

Paris - Jugendbanden hätten mehr als 20 Autos in Brand gesteckt, Scheiben öffentlicher Gebäude eingeworfen und Bushaltestellen zerstört, hieß es nach Angaben der Polizei in Clichy-sous-Bois. In den Morgenstunden beruhigte sich die Lage.

Bei einem Zwischenfall am Vortag waren drei Jugendliche auf der Flucht vor der Polizei über die Absperrung eines Transformators geklettert. Zwei von ihnen im Alter von 14 und 17 Jahren wurden von Stromschlägen tödlich verletzt, der dritte mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht. Auslöser soll ein Diebstahl an einer Baustelle gewesen sein, wobei eine Gruppe Jugendlicher bei der Ankunft der Polizei die Flucht ergriffen hatte.

«Eine Verfolgungsjagd der Polizei» habe es dabei aber nicht gegeben, hielt die zuständige Präfektur fest. Unter Hinweis auf Augenzeugenberichte über die nächtlichen Ereignisse verlangte der sozialistische Bürgermeister von Clichy-sous-Bois, Claude Dilain, dagegen eine «neutrale und unabhängige Untersuchung» des Hergangs.

Innenminister Nicolas Sarkozy verurteilte die Ausschreitungen und sagte, die Polizisten seien nach ihren Angaben nicht gegen die Jugendlichen vorgegangen. Mit einem Schweigemarsch wollen die Bürger von Clichy-sous-Bois am Samstag der toten Jugendlichen gedenken. (tso/dpa)

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