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Nach Unfallflucht : Böhse-Onkelz-Sänger vor Gericht

In aufgeheizter Stimmung und mit schweren Anschuldigungen eines Opfers hat in Frankfurt der Prozess gegen den Böhse-Onkelz-Sänger Kevin Russell wegen Unfallflucht begonnen.

Onkelz-Sänger Kevin Russell mit seinem Verteidiger Bernd Schuster.
Onkelz-Sänger Kevin Russell mit seinem Verteidiger Bernd Schuster.Foto: dpa

Der Frontmann der ehemaligen Rockband soll nach einem schweren Unfall am Silvesterabend 2009 die Flucht ergriffen haben. Zwei Menschen waren bei dem Zusammenstoß auf einer Autobahn bei Frankfurt schwer verletzt worden. Einer der beiden Männer beschuldigte den 46-Jährigen am Freitag im Zeugenstand, ihn zum Krüppel gemacht zu haben. „Dass ein Mensch zu so etwas fähig ist“, sagte er vor dem Landgericht.

An den Unfallhergang können sich beide Opfer nach eigenen Aussagen nicht mehr erinnern. Die Staatsanwaltschaft wirft Russell Unfallflucht sowie fahrlässige Straßenverkehrsgefährdung und fahrlässige Körperverletzung vor. Er soll sich nach dem Unfall nur kurz vergewissert haben, dass den Männern im Autowrack geholfen wird, bevor er sich zu Fuß auf und davon machte.

Zum Prozess erschien Russell persönlich, schwieg aber zunächst und verfolgte die Zeugenaussagen mit versteinerter Miene. Dem Musiker, der unter Drogeneinfluss am Steuer eines geliehenen Sportcoupés gesessen haben soll, drohen bis zu fünf Jahre Haft. Anklage konnte
vor allem erhoben werden, weil DNA-Spuren Russells am Airbag des Sportwagens entdeckt wurden. (dpa)

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