Nach Zyklon in Birma : Offizielle Opferzahl bei 78.000

Selbst die Militär-Junta räumt inzwischen eine hohe Anzahl von Opfern ein: Der Zyklon in Birma soll nach staatlichen Berichten fast 78.000 Menschenleben gefordert haben. Andere Quellen schätzen die Zahl noch höher.

Kinder in Birma
Nach Zyklon in Birma: Kinder besonders gefährdet. -Foto: dpa

RangunBei der Wirbelsturm-Katastrophe in Birma sind nach jüngsten offiziellen Angaben fast 78.000 Menschen ums Leben gekommen. Das staatliche Fernsehen sprach am Freitag von 77.738 Toten und fast 56.000 Vermissten. Zuletzt war von 43.300 Toten und knapp 28.000 Vermissten die Rede gewesen. Westliche Diplomaten und die Vereinten Nationen schätzen, dass mehr als 100.000 Menschen umkamen und bis zu zwei Millionen Menschen ihr Hab und Gut verloren.

Die Militärregierung steht weltweit massiv in der Kritik, weil sie nach dem Durchzug des Wirbelsturm "Nargis" am 2. und 3. Mai internationale Helfer an der Versorgung der Sturmopfer hinderte. Hilfsorganisationen warnten, durch die Blockade seien auch zehntausende Überlebende des Sturms in Lebensgefahr.

Unicef: hunderttausende Kinder bedroht

Allerdings lässt die Junta erstmals ausländische Diplomaten in die besonders betroffenen Gebiete. Am Samstag sollen Diplomaten per Hubschrauber in das Irawadi-Delta im Süden des Landes gebracht werden. Dies kündigte ein Vertreter der britischen Botschaft am Freitag an. EU-Entwicklungskommissar Louis Michel, der am Mittwoch in Birma eingetroffen war, erhielt ebenfalls die Erlaubnis, am Samstag in das Irawadi-Delta zu fahren, er hat für diesen Tag aber bereits seine Abreise geplant. Seine Versuche, die Junta von einer umfassenden Öffnung des Landes für ausländische Hilfe zu überzeugen, blieben zunächst ohne Erfolg. Bisher hätten ihm die Behörden lediglich mitgeteilt, seine Bitten nach Einreisegenehmigungen für mehr ausländische Helfer zu prüfen, sagte Michel.

Das UN-Kinderhilfswerk Unicef warnte unterdessen, hunderttausende Kinder seien von lebensgefährlichen Krankheiten bedroht.  In den betroffenen Gebieten leiden immer mehr Kinder an Durchfall, Hautkrankheiten und Atemwegserkrankungen. Durch die Zerstörungen seien die Kinder vielfach schutzlos den heftigen Regenfällen ausgeliefert, sagte Unicef-Sprecherin Véronique Taveau. (ck/AFP)

Eine Übersicht über Spendenkonten für Birma finden Sie hier.

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