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Herber Rückschlag

im Kampf gegen Ölpest

Washington - Experten des BP-Konzerns mussten am Wochenende ihren Versuch abbrechen, mithilfe einer riesigen Stahlkuppel das unablässig ausströmende Öl im Golf von Mexiko abzusaugen. Damit hat sich die Hoffnung vorerst zerschlagen, das Desaster schnell einzudämmen. Nach wie vor sprudeln täglich mindestens 700 Tonnen Rohöl ins Meer. Derweil erreichten Ölklumpen eine Insel vor dem US-Staat Alabama. Wegen der großen Kälte in 1500 Metern Tiefe hätten sich Kristalle aus Öl und Wasser in der Kuppel gebildet, die die Öffnung an der Spitze verstopften und deshalb ein Absaugen des Öls verhinderten, sagte BP-Manager Doug Suttles am Samstag. „Ich würde aber in diesem Augenblick noch nicht von einem Scheitern sprechen“, betonte er. Man brauche aber zwei Tage Zeit, um neue Lösungen zu finden. Wegen der Probleme habe man die rund 100 Tonnen schwere und 13 Meter hohe Kuppel, die in der Nacht zum Samstag zunächst über dem Leck platziert wurde, jetzt 200 Meter danebengestellt. Experten prüften, wie die Kristallbildung verhindert werden könne. Eine Möglichkeiten sei es, die Kuppel zu beheizen. Eine andere Methode sei der Einsatz von Methanol als Frostschutzmittel. In 1500 Metern Tiefe Meter liege die Temperatur nur wenige Grad über dem Gefrierpunkt. Die Öl- und Wasserkristalle „sehen wie Schlamm aus“ und sammelten sich an der Spitze der Kuppel an. Die Kuppel werde dadurch auch instabil und beginne zu schwimmen. Erneut wies Suttles darauf hin, dass eine derartige Operation mit einer Stahlkuppel über dem Leck niemals zuvor in derartiger Tiefe versucht worden sei. Bereits zuvor hatte er Komplikationen vorausgesagt. Aufgabe des kastenförmigen Aufbaus ist es, das Öl aufzufangen, damit es anschließend auf ein Schiff gepumpt werden kann. Geplant war, damit heute zu beginnen. Die Kuppel ist etwa so hoch wie ein vierstöckiges Haus und wird mit Robotern in Mini-UBooten ferngesteuert. Allein die Aktion, die Kuppel auf den Meeresgrund herunterzulassen, dauerte mehr als 18 Stunden. „Das ist, als würde man in 1500 Metern Tiefe eine Operation am offenen Herzen vollziehen, in der Finsternis und mit robotergesteuerten Mini-U-Booten“, sagte Lamar McKay, Chef von BP Amerika. dpa

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