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Boehringer warnt vor plötzlichem Absetzen von Pradaxa

Ingelheim/Hamburg - Nach Berichten über 260 Todesfälle durch das Schlaganfallpräparat Pradaxa hat der Hersteller Boehringer Ingelheim Patienten davor gewarnt, das Mittel eigenmächtig abzusetzen. Es gebe derzeit viele Anrufe besorgter Patienten, sagte der Sprecher der Unternehmensleitung, Andreas Barner. Er betonte, dass die Therapie mit Pradaxa – bei richtiger Dosierung – einen besseren Schutz vor Schlaganfällen biete als die bisher eingesetzten Medikamente, bei einer höheren Sicherheit vor Blutungen. „Für gut eingestellte Patienten gibt es keinen Grund, Pradaxa abzusetzen“, sagte Barner. Bei allen Medikamenten zur Blutverdünnung könne es zu unerwünschten Blutungen kommen. Laut „Spiegel“ traten von den 260 Todesfällen 21 in Europa auf, vier davon in Deutschland. „Zeit Online“ hatte Anfang November über eine Größenordnung von rund 50 Todesfällen berichtet. Boehringer Ingelheim bestätigte daraufhin nur „gemeldete Fälle“. Am Wochenende bestätigte das Unternehmen nun, dass die Zahl der weltweit gemeldeten Verdachtsfälle tödlicher innerer Blutungen im Zusammenhang mit der Pradaxa-Einnahme seit März 2008 bei 260 liege. Das Medikament ist seit 2008 als Thrombosevorsorge nach Operationen und seit Ende 2010 zur Vorbeugung gegen Schlaganfälle bei Patienten mit Vorhofflimmern zugelassen. Der Gerinnungshemmer soll das Medikament Marcumar ersetzen, zu dessen Risiken ebenfalls gefährliche Blutungen zählen. Pradaxa gilt als ein Milliardengeschäft. dpa

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