NACHRICHTEN : NACHRICHTEN

Zwölfjähriger besiegt

Bayerns Kultusbürokratie

Landsberg - Ein Zwölfjähriger hat in Bayern vor Gericht erstritten, an seinem Gymnasium in Landsberg am Lech seine Schülerzeitung „Bazillus“ verteilen zu dürfen. Der Siebtklässler wollte nicht hinnehmen, dass ihm die Direktorin das verbieten wollte. Ihr Argument: Pro Schule dürfe es nur eine Zeitung geben. Dies hatten ihr auf Anfrage Juristen im bayerischen Kultusministerium mitgeteilt. Dabei waren sich die Rechtsgelehrten des Ministeriums selbst nicht einig, ob die Formulierung „eine Schülerzeitung“ im Gesetz als Zahl oder als unbestimmter Artikel zu verstehen ist. Es setzte sich aber die strenge Lesart durch. Jetzt muss sich das Ministerium dem Urteil beugen. dpa

Eltern von Schulschwänzern

verlieren Teil des Sorgerechts

Hannover - Um die gestiegene Zahl von Schulschwänzern einzudämmen, hat das Amtsgericht Hannover ein bundesweit einmaliges Projekt gestartet. Wenn Kinder mehr als 20 unentschuldigte Fehltage haben und massive Probleme in der Familie vorliegen, können Jugendrichter den Eltern das Sorgerecht in schulischen Angelegenheiten entziehen. Hat der Schulverweigerer schwere psychische Probleme, ist auch ein Entzug des Sorgerechts in Gesundheitsdingen möglich. Für diese Maßnahmen gebe es eine gesetzliche Grundlage, die bisher kein anderes Gericht angewendet habe, teilte die Kammer in Hannover mit. „Es geht darum, den Kindern mit 13, 14, wenn die Pubertät zuschlägt, nicht jegliche Bildungschancen fürs Leben zu nehmen“, sagte Jugendrichter Jens Buck. In das Projekt sind Institutionen wie Jugendämter, Kinderschutzzentren und Beratungsstellen eingebunden. dpa

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