NACHRICHTEN : NACHRICHTEN

Per Hubschrauber-Seilakt

aus dem Hochsicherheitsgefängnis



Moskau - Ein Paar hat in der Nähe von Wologda, 500 Kilometer nordwestlich von Moskau, einen Helikopter zu ungewöhnlichem Zweck gechartert. Am vergangenen Donnerstag bedrohten die beiden, wie jetzt bekannt wurde, nach dem Abheben des Hubschraubers den Piloten mit einer Pistole und nannten das wahre Ziel der Reise: Die Haftanstalt Scheksna bei Wologda. Der Helikopter sollte über dem Knast kreisen, ein Seil auswerfen und einen dritten Passagier an Bord nehmen: Alexei Schestakow, der wegen vierfachen Raubmordes zu 24 Jahren Haft verurteilt worden war. Die Flucht gelang. Die Polizei stellte jedoch den Flüchtigen später in einem Auto, zu dem er per Hubschrauber gebracht worden war. Nach den beiden Helfern wird noch gefahndet. Er, sagte der Vize-Vorsitzende des öffentlichen Beirats bei der Föderalen Strafvollzugsbehörde, Boris Suschkow, der Nachrichtenagentur RIA Novosti, habe Derartiges in seiner über 50-jährigen Praxis bisher nicht erlebt. Eine Flucht wie diese sei nur in einem Hollywood-Blockbuster möglich oder mithilfe von Vollzugsbeamten. win

Rückschlag für Imker

im „Gen-Honig“-Streit

München - Bayerische Imker haben keinen Anspruch auf staatlichen Schutz gegen Honig, der Spuren von gentechnisch veränderten Pflanzen enthält. Dies hat der Bayerische Verwaltungsgerichtshof in einem am Mittwoch bekannt gegebenen Urteil entschieden. Ein Imker hatte den Schutz gefordert und gegen den Freistaat Bayern geklagt. 2003 hatte ein staatliches Versuchsgut den gentechnisch veränderten Mais Mon 810 der Firma Monsanto auf einem Nachbargrundstück des Klägers angebaut; im Honig des Imkers wurden danach Maispollen der Sorte Mon 810 gefunden. Für den gentechnisch veränderten Mais gilt inzwischen ein Anbaustopp. Eine Pflicht zu staatlichen Schutzmaßnahmen sahen die Richter jedoch nicht. Schon in erster Instanz hatte das Verwaltungsgericht Augsburg entschieden, dass Imkereiprodukte wesentlich beeinträchtigt seien, wenn entsprechende Maispollen nachweisbar seien. Die Forderung des klagenden Hobbyimkers Karl Heinz Bablok nach einer Schutzpflicht wies auch die erste Instanz zurück. dpa

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