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Chefarzt nach Frühchen-Skandal

zu Unrecht entlassen



Bremen - Der Chefarzt der Kinderklinik am Klinikum Bremen-Mitte (KBM) hätte wegen der tödlichen Infektionswelle auf der Frühchenstation nicht fristlos entlassen werden dürfen. Das hat das Arbeitsgericht Bremen am Mittwoch in erster Instanz entschieden. Die Richter sahen keinen „so schwerwiegenden Verursachungsbeitrag“ des Chefarztes zu dem Keimausbruch, dass damit die Kündigung zu rechtfertigen wäre. Als milderes Mittel hätte die Klinik ihm die Leitung der Frühgeborenenstation entziehen können. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Mit Entsetzen reagierten Mitglieder des Bremer Frühchen-Untersuchungsausschusses auf ein Gutachten von Hygieneexperten, demzufolge auch nach den drei Todesfällen noch Hygiene-Missstände im KBM herrschten. Putzkräfte sollen immer dieselben Handschuhe für alle Zimmer genutzt haben und sie immer wieder in eine Desinfektionslösung getaucht haben, die dadurch mehr und mehr verunreinigt worden sei. stg

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