Nachrichten-Überblick : Hochwasser bremst die Bahn weiter aus

Trotz verbesserter Lage im Norden, ist die Gefahr von Deichbrüchen nicht gebannt. Im Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt sind rund 11.300 Menschen von der Evakuierungen betroffen. Alle Entwicklungen vom Dienstag lesen Sie in unserem Nachrichten-Überblick.

Das Elbe-Hochwasser verliert im Norden seine Kraft, dennoch besteht weiterhin die Gefahr, dass es zu Lecks, Rissen oder Deichbrüchen kommt. Das brandenburgische Breese ist bereits überflutet.
Das Elbe-Hochwasser verliert im Norden seine Kraft, dennoch besteht weiterhin die Gefahr, dass es zu Lecks, Rissen oder...Foto: Axel Heimken/dpa

Die Lage in den Ost- und Norddeutschen Hochwassergebieten ist weiter angespannt, auch wenn die Pegel stagnieren. Weiterhin gibt es Einschränkungen im Bahn-Verkehr. Vor allem in Schleswig-Holstein blicken die Menschen gebannt auf die Elbe, bei Lauenburg wurde am Dienstagabend ein Rekordpegelstand von 9,61 Meter gemessen.

Die Geschehnisse des Tages können Sie in unserem Nachrichten-Überblick nachlesen

20.29 Uhr: Das Hochwasser bremst die Bahn weiter aus, deshalb wird es im Zugverkehr auch am Mittwoch erhebliche Behinderungen geben. Aufatmen können vorerst nur die Fahrgäste der ICE-Linie 11 (Berlin-Frankfurt/Main - München). Diese wurde bis Dienstag ab Göttingen nach Hannover umgeleitet und endete oder begann dort. Jetzt fährt sie wieder durchgehend, da die Elbbrücke bei Lutherstadt/Wittenberg durch das Hochwasser nicht mehr beeinträchtigt ist. „Nur auf einigen Teilstrecken müssen wir noch langsam fahren“, sagte ein Bahnsprecher.
Die ICE-Linie 10 (Berlin-Hannover-Hamm-Düsseldorf/Köln) wird hingegen weiter zwischen Berlin und Hannover über Wittenberge-Stendal- Wolfsburg umgeleitet. Auch auf der ICE-Linie 12 (Berlin-Frankfurt/Main-Basel) hat sich noch nichts zum Positiven verändert. Die Umleitung ab Fulda über Erfurt und Halle bleibt vorerst, die Halte in Kassel, Göttingen, Hildesheim, Braunschweig und Wolfsburg fallen aus. Und die IC-Linie 77 zwischen Berlin und Amsterdam (über Stendal und Hannover) ist gleichfalls weiter betroffen. Die Verbindungen enden oder beginnen in Hannover.
Dienstagabend setzte die Bahn große Hoffnungen auf die Reparaturarbeiten an der Elbbrücke Magdeburg-Biederitz. Falls man diese in der Nacht abschließen könne, würde das erhebliche Verbesserungen für die ICE-Linien 10 und 12 sowie die IC-Linie 77 bringen, hieß es. Man versuche dies mit Hochdruck zu erreichen. Durch die Hochwasserschäden und Umleitungen auf dem Schienenstrang zwischen Berlin und Hannover kommt es im Fernverkehr von und nach Berlin teils zu Verspätungen von mehreren Stunden. Auskünfte zur aktuellen Betriebslage gibt die Bahn unter www.bahn.de/aktuell und m.bahn.de oder unter der kostenlosen Rufnummer 08000996633.

19.39 Uhr: Das Hochwasser wälzt sich mit aller Macht durch Ost- und Norddeutschland. Auch wenn Zeichen der Entspannung in Sicht sind, werden die Aufräumarbeiten noch Wochen dauern. Vor allem in Schleswig-Holstein blicken die Menschen gebannt auf die Elbe, bei Lauenburg wurde am Dienstagabend ein Rekordpegelstand von 9,61 Meter gemessen. Die Spitze des Hochwassers hat Sachsen-Anhalt verlassen, trotzdem blieb die Lage in Teilen des Landes dramatisch. Bedrohlich waren die Wassermassen auch nach wie vor in Brandenburg. In einigen Gebieten Bayerns führten Unwetter zu einer neuen Hochwasserwelle auf der Donau. In Sachsen entspannt sich
die Lage weiter.

17.07 Uhr: Während vor allem die Menschen in Sachsen-Anhalt am Dienstag weiter gegen die Elbeflut kämpften, kommen die weiter nördlich gelegenen Regionen offenbar glimpflicher davon. In Brandenburg und Niedersachsen stagnierte der Elbe-Pegel vielerorts oder sank bereits wieder. Wegen des anhaltend hohen Wasserstandes der Elbe und der immensen Belastung der Deiche war die Gefahr in den betroffenen Regionen aber noch nicht gebannt.
Im Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt gelang es den Einsatzkräften am Dienstag, einen Deichbruch bei Fischbeck „unter Kontrolle“ zu bringen, wie der Krisenstab der Landesregierung erklärte. Die Bundeswehr warf von Hubschraubern aus große, mit Sand gefüllte Säcke auf die rund 50 Meter lange Bruchstelle, so dass weniger Wasser aus der Elbe ausströmte. Allerdings waren durch den Deichbruch in der Nacht zum Montag zahlreiche Ortschaften überflutet worden. Insgesamt sind nach Angaben des Landkreises Stendal rund 11.300 Menschen von Evakuierungen betroffen.

Hochwasser in Deutschland
Das Hochwasser geht, der Schaden bleibt. Wie hier auf der Bundesstraßee 188 bei Kabelitz (Sachsen-Anhalt).Weitere Bilder anzeigen
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27.06.2013 21:23Das Hochwasser geht, der Schaden bleibt. Wie hier auf der Bundesstraßee 188 bei Kabelitz (Sachsen-Anhalt).

16.59 Uhr: Im Salzlandkreis in Sachsen-Anhalt drohten nach dem Bruch eines Saaledamms am Wochenende weitere Überflutungen. Mehrere Ortsteile von Schönebeck wurden zum Sperrgebiet erklärt. Der Deichbruch bei Fischbeck und auch die Flutung von Havelpoldern verbesserte allerdings die Lage für die Elbanrainer im Norden. Weil das Wasser noch tagelang gegen die Deiche drücken wird, wächst allerdings die Gefahr von Lecks, Rissen oder Deichbrüchen.
Im brandenburgischen Wittenberge stagnierte der Pegel am Dienstag bei 7,75 Meter und blieb damit unter den ursprünglichen Prognosen. Die Lage in der Prignitz werde aber „noch mehrere Tage sehr angespannt bleiben“, erklärte das Krisenzentrum der Landesregierung.

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