• Nachrichten-Überblick zum Hochwasser: Bundespräsident Gauck fordert Deutsche zu Spenden auf

Nachrichten-Überblick zum Hochwasser : Bundespräsident Gauck fordert Deutsche zu Spenden auf

Nördlich von Fischbeck ist ein zweiter Deich gebrochen, die Wassermassen bedrohen das Havelland. Bundespräsident Gauck fordert Deutsche zu Spenden auf. Alle aktuellen Entwicklungen des Tages lesen Sie in unserem Nachrichtenüberblick.

von , , und Oliver Dietrich
Sandsäcke gegen die Wassermassen: Während hier die Hilfsbereitschaft in den betroffenen Gebieten enorm ist, spenden die Deutschen weniger als bei der Flutkatastrophe von 2002. Foto: dpa
Sandsäcke gegen die Wassermassen: Während hier die Hilfsbereitschaft in den betroffenen Gebieten enorm ist, spenden die Deutschen...Foto: dpa

Seit Wochen kämpfen die Menschen vielerorts gegen die Wassermassen an - aktuell schauen alle Helfer gebannt auf die Elbe, wo die Lage zur Zeit am kritischsten ist. Die Ereignisse des Tages können Sie in unserem Blog nachlesen.

22.01 Uhr: Das Hochwasser in Deutschland ist noch lange nicht ausgestanden: Die Wucht der Elbeflut ließ einen Damm bei Fischbeck in Sachsen-Anhalt brechen, Tausende Menschen mussten sich in Sicherheit bringen. Weiter nördlich in Brandenburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein hoffen Helfer, die Elbeflut mit Massen von Sandsäcken bändigen zu können.

21.00 Uhr: Bundespräsident Joachim Gauck hat die Deutschen erneut zu Spenden für die Hochwasser-Opfer aufgerufen. "Ich bitte ganz herzlich alle Menschen, die fernab von dieser Flutkatastrophe leben, sich zu überlegen: Was wäre, wenn es mich betroffen hätte?", sagte er am Montag in einem Interview, das im ARD-"Brennpunkt" ausgestrahlt wurde. Er hoffe darauf, "dass Sie sich dadurch, aber auch durch Ihre guten Erfahrungen von früher, bewegen lassen, das Portemonnaie aufzumachen und zu spenden. Das brauchen die Leute".
Zugleich lobte Gauck die Spendenbereitschaft bei der vergangenen Flutkatastrophe: "Wir haben bei der letzten großen Flut auch bewiesen, welch große solidarische Kraft in der Bevölkerung steckt - und das möchten wir jetzt wiedersehen."

19.32 Uhr: Nach einer Woche hat die Stadt Dresden den Katastrophenalarm am Montagabend wieder aufgehoben. Zuvor war der Pegelstand der Elbe von der höchsten Alarmstufe 4 auf Stufe 3 gesunken, wie die Stadt mitteilte. Der Katastrophenalarm war am vergangenen Montagvormittag ausgelöst worden.

Hochwasser in Deutschland
Das Hochwasser geht, der Schaden bleibt. Wie hier auf der Bundesstraßee 188 bei Kabelitz (Sachsen-Anhalt). Foto: dpaWeitere Bilder anzeigen
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27.06.2013 21:23Das Hochwasser geht, der Schaden bleibt. Wie hier auf der Bundesstraßee 188 bei Kabelitz (Sachsen-Anhalt).

Auf ihrem Scheitelpunkt hatte die Elbe vergangene Woche einen Wasserstand von 8,76 Metern erreicht. Normal sind knapp 2 Meter, bei der Jahrhundertflut 2002 waren 9,40 Meter gemessen worden. Pro Stunde falle der Pegelstand um zwei bis drei Zentimeter, teilte die Stadt weiter mit.

18.54 Uhr: Auch Tschechien ist stark durch das Hochwasser betroffen: Die durch Unwetter und Überschwemmungen verursachten Schäden in der tschechischen Landwirtschaft belaufen sich Schätzungen zufolge auf rund zwei Milliarden Kronen (78 Millionen Euro). Das teilte der Chef der tschechischen Landwirtschaftskammer, Jan Veleba, am Montag auf einer Pressekonferenz mit. Nicht inbegriffen in dieser Summe sind demnach die Kosten für die Wiederherstellung der Agrarflächen und der überschwemmten Gebäude. Dennoch ist das Ausmaß der Schäden geringer als bei der sogenannten Jahrhundertflut 2002, als sie 3,6 Milliarden Kronen (140 Millionen Euro) betrugen.
Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums wurden dieses Jahr gut 55.000 Hektar landwirtschaftliche Flächen überschwemmt. Durch die schweren Überschwemmungen kamen in Tschechien in den vergangenen Tagen mindestens elf Menschen ums Leben. Das vorerst letzte Opfer wurde am Montag in einem Fluss gefunden.

Hubschrauber-Einsatz am Deich Fischbeck bei Tangermünde

17.54 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich bei einem Besuch in Wittenberge am Nachmittag für den großen Einsatz der vielen professionellen und freiwilligen Helfer zur Abwehr der Hochwasserflut bedankt. Sie habe ein gutes Gefühl. „Unser Land kann stolz sein“, sagte sie unter Verweis auf den Kampf unzähliger Menschen gegen das Hochwasser. Sie wolle aber jetzt keine neue finanzielle Hilfe verkünden. Vorerst bleibe es beim  Sofortprogramm in Höhe von 100 Millionen Euro. „Am Donnerstag werden wir mit den Ministerpräsidenten der Länder über die Begleichung der Schäden in Milliardenhöhe beraten“, kündigte die Kanzlerin an.

Ihr Besuch auf dem großen Sandsackabfüllplatz an der Alten Ölmühle in Wittenberge brandete bei Auftauchen von Merkel großer Jubel der Hunderten Helfer aus. „Ministerpräsident Matthias Platzeck hatte laut verkündet, dass hier der Platz mit der besten Stimmung sei“, erklärte Merkel. „Das wollten vor allem die Jugendlichen wohl mit ihrem Jubel beweisen.“ Versprochen habe sie den Helfern jedenfalls nichts, fügte sie hinzu.

Außerdem besuchte die Kanzlerin in Wittenberge das Krisenzentrum. Bürgermeister Oliver Hermann (parteilos) bezeichnete die Lage an der Elbe als stabil. Allerdings werde das Hochwasser die Region mindestens die nächsten 10 Tage noch beschäftigen.

17.15 Uhr: Nach dem Bruch eines Elb-Deiches in Fischbeck (Sachsen-Anhalt) hat sich die Hochwasserlage für Norddeutschland am Montagmorgen verschärft. Besonders betroffen ist der Fernverkehr der Bahn. Gegen 03.00 Uhr sperrten die Behörden die Eisenbahn-Elbebrücke in Hämerten nahe Stendal. Damit sind die ICE-Hauptverbindungen von Frankfurt (Main) nach Berlin und von Hannover nach Berlin unterbrochen. Die Züge fallen teilweise ganz aus oder werden umgeleitet, sodass es zu Verspätungen von bis zu drei Stunden kommt. Besonders betroffen sind die ICE-Linien 10, 11, 12 und die IC-Linie 77.

Evakuiert werden die Orte Klietz, Schönhausen und Sandau

16.58 Uhr: Nördlich von Fischbeck ist offenbar ein zweiter Damm gebrochen, auch dort bedrohen die Wassermassen das Havelland: Bei Hohengöhren im Landkreis Stendal gab der Deich dem Druck der Elbe nach, wie der Landrat bestätigte. Evakuiert werden die Orte Klietz, Schönhausen und Sandau, mehr als 1500 Bewohner werden aufgefordert, sich nach Havelberg zu begeben. Die Lage in Aken an der Elbe (Landkreis Anhalt-Bitterfeld) sei auch weiterhin dramatisch.

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