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Dieter Hanisch

Ex-NPD-Funktionär im Prozess um Rockerkrieg freigesprochen

Kiel - Keine Verurteilung im Prozess um Rivalitäten zwischen Neonazis und der Rockergruppierung Hell’s Angels in Kiel: In Handschellen wurde Peter Borchert zur Urteilsverkündung vorgeführt, mit einem Freispruch verließ der frühere schleswig-holsteinische NPD-Landesvorsitzende den Hochsicherheitsverhandlungssaal des Landgerichts als freier Mann. Damit folgte der erste Strafsenat nach fünf vorhergehenden Verhandlungstagen dem Plädoyer der Verteidigung, die ihren Mandanten zu Unrecht wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt sah. Die Staatsanwaltschaft hatte für zwei Messerstiche des 35-Jährigen gegen zwei Mitglieder der Motorradfahrergang noch fünfeinhalb Jahre Haft gefordert. Beide rivalisierenden Gruppen lieferten sich Ende August 2008 vor dem Kieler Amtsgericht eine Massenschlägerei, in deren Verlauf auch Borcherts Messerattacke stattfand. Der einschlägig vorbestrafte Borchert, der beim Haftprüfungstermin den Messereinsatz zugegeben hatte, dort aber von Nothilfe für einen von den Hell’s Angels angegriffenen Freund sprach, sagte vor dem Richter nichts. Von 44 vorgeladenen Zeugen äußerten sich lediglich 28. Der Rest berief sich auf das Aussageverweigerungsrecht. Auch die beiden lebensgefährlich verletzten Opfer machten keine Angaben. Mit Justiz und Polizei haben es beide Seiten nicht so sehr, da wird das Schweigen vorgezogen. Rund um das Verfahren spielten offenbar auch Zeugeneinschüchterungen eine Rolle. han

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