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Zwei Millionen haitianische Kinder in Gefahr



Nach dem Beben sind zwei Millionen Kinder einer akuten Gefahr ausgesetzt. Körperliche Verletzungen, die Trennung von Familien und psychische Traumatisierungen setzten die Kinder von Haiti einer Extremsituation aus, die ihr ganzes Leben prägen werde, sagte Gareth Owen von der britischen Kinderhilfsorganisation Save The Children. „Keine Generation haitianischer Kinder in den vergangenen hundert Jahren hat ein Disaster von solchem Ausmaß erlebt“, sagte Owen. „Viele sind verwaist oder schwer verletzt und dringend auf medizinische Hilfe angewiesen.“ Owen zeigte sich besonders besorgt über Berichte, nach denen kleine Kinder verwirrt und orientierunglos durch die Straßen liefen und nachts im Freien neben den Leichen von Erdbebenopfern schliefen. AFP

Rotes Kreuz rät  von Massengräbern ab

Experten der Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) helfen nach dem Erdbeben in Haiti nicht nur bei der Bergung, sondern auch der Identifizierung der Leichen. Wichtig sei, dass die Angehörigen Gewissheit über das Schicksal ihrer Nächsten bekämen, hieß es am Donnerstag in Genf.

Grundsätzlich sei es nicht nötig, wegen Seuchengefahr die Leichen sofort zu beerdigen oder zu verbrennen. „Es gibt das weit verbreitete Vorurteil, dass Leichen die Ursache für Epidemien bei Naturkatastrophen sein können“, erläuterte IKRK-Forensikexpertin Ute Hofmeister. „Die Leichen von Menschen, die bei Naturkatastrophen sterben, verbreiten keine Krankheiten. Denn diese Menschen sind nicht an einer Krankheit gestorben.“ Deswegen sollten unbedingt Massengräber oder -verbrennungen vermieden werden. Das verhindere nur, dass die Leichen später identifiziert werden können und verstärke das Leiden der Hinterbliebenen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte bereits bei früheren Naturkatastrophen immer wieder darauf verwiesen, das von Leichen bei derartigen Naturkatastrophen kaum Gefahr ausgehe – auch nicht für das Grundwasser. Gefährlicher sei verunreinigtes Trinkwasser, in dem sich Erreger befinden. Dagegen könne man sich an einer Leiche nur infizieren, wenn die Wunden Krankheitskeime enthielten. dpa


USA erwägen Nutzung von Guantanamo für Haiti-Hilfe

Die USA werden möglicherweise ihren umstrittenen Militärstützpunkt Guantanamo für die Haiti-Hilfe zur Verfügung stellen. Der auf der Nachbarinsel Kuba gelegene Stützpunkt sei eine „Ressource, die wir bei Bedarf einsetzen können“, sagte der Chef des US-Südkommandos, Douglas Fraser, auf einer Pressekonferenz in Washington. Der General hatte sich auf die Frage geäußert, ob die USA den Stützpunkt zur Unterbringung von haitianischen Flüchtlingen oder als Umschlagplatz für Hilfslieferungen einsetzen könnten. Auf dem Stützpunkt befindet sich auch das höchst umstrittene Gefangenenlager für Terrorverdächtige. AFP



Mitarbeiterin des  Deutschen Entwicklungsdienstes tot

Eine Mitarbeiterin des Deutschen Entwicklungsdienstes (DED) ist nach dem Erdbeben in Haiti ihren Verletzungen erlegen. Die gebürtige Österreicherin habe seit vielen Jahren in dem Land gelebt und war mit einem Haitianer verheiratet. dpa

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