Nadine-Prozess : Staatsanwalt fordert achteinhalb Jahre Haft

In ihrem Plädoyer fordert die Staatsanwaltschaft eine lange Haftstrafe für den Vater der kleinen Nadine. Er habe "den hilflosen Säugling als Objekt für seinen Frustabbau benutzt".

Hildesheim - Im Prozess um den Tod des Kleinkindes Nadine forderte Staatsanwalt Wolfgang Scholz in seinem Plädoyer vor dem Landgericht Hildesheim für den angeklagten Vater eine Haftstrafe von achteinhalb Jahren wegen Körperverletzung mit Todesfolge und schwerer Misshandlung von Schutzbefohlenen. Die mitangeklagte 30-jährige Mutter soll nach dem Willen der Anklagebehörde wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen durch Unterlassen zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr auf Bewährung verurteilt werden.

Die Eltern des Kindes aus dem niedersächsischen Neudorf-Platendorf müssen sich seit Mitte März vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Vater seine im Oktober 2000 geborene Tochter von Dezember 2001 bis August 2002 mehrfach geschlagen und ihr Verbrennungen an den Füßen zugefügt hat. Außerdem soll das Kind über einen längeren Zeitraum nicht ausreichend ernährt worden sein.

Die Leiche wurde nie gefunden

Das Mädchen soll an den Misshandlungen und der Unterversorgung schließlich gestorben sein. Von der Leiche fehlt bislang jede Spur. Im November 2003 brachte die Mutter ein weiteres Kind zur Welt, das sie als die verschwundene Nadine auszugeben versuchte. Die Verteidigung will voraussichtlich am 2. Mai plädieren. Das Urteil wird für den 4. Mai erwartet. (tso/ddp)

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