Nagasaki : Gangster erschießt Bürgermeister

Der Bürgermeister von Nagasaki ist bei einem Wahlkampfauftritt von einem Gangster erschossen worden. Der 59-jährige Täter ist nach Medienberichten ein Führungsmitglied des größten japanischen Verbrechersyndikats Yamaguchi-gumi.

Tokio - Der entschiedene Atomwaffengegner, Itcho Ito, erlag am Mittwoch seinen Schussverletzungen, wie die Polizei bekannt gab. Der mutmaßliche Mörder, der Ito aus einem Meter Entfernung zwei Mal in den Rücken geschossen hatte, wurde noch am Tatort festgenommen.

In Nagasaki, wo nach dem Abwurf einer Atombombe durch die Amerikaner 1945 über 100.000 Menschen starben, finden am Sonntag Bürgermeisterwahlen statt. Itos Schwiegersohn Makoto Yokoo gab bekannt, dass er bei der Wahl am Sonntag an Stelle seines Schwiegervaters kandidieren werde.

Medien berichteten, der Täter habe nach eigenen Angaben privaten Ärger mit der Stadt gehabt. Wegen eines geringen Schadens an seinem Auto habe er nicht locker gelassen und immer höhere Entschädigungsgelder von einer Baufirma gefordert. Beamte der Stadt hätten dann Schlichtungsversuche nach Rücksprache mit der Polizei abgebrochen. Anderen Berichten zufolge soll es Streitigkeiten im Zusammenhang mit öffentlichen Bauaufträgen gegeben haben. Gangster sind in Japan oft in private wie auch staatliche Bauprojekte verwickelt. Laut Experten kommt es in jüngster Zeit darüber vermehrt zu Auseinandersetzungen zwischen Gangstern und Stadtverwaltungen. (tso/dpa)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben