• Nahe der Grenze zu Sachsen: Explosionen entfachen Großbrand in tschechischer Chemiefabrik

Nahe der Grenze zu Sachsen : Explosionen entfachen Großbrand in tschechischer Chemiefabrik

Dicke Rauchschwaden dringen aus einer Chemiefabrik am Fuße des Erzgebirges nahe der Grenze zwischen Sachsen und Tschechien. Die Feuerwehr hat die höchste Alarmstufe ausgerufen.

Ein Großbrand ist nach zwei Explosionen in einer tschechischen Chemiefabrik nahe der Grenze zu Sachsen ausgebrochen. Die Feuerwehr rief die höchste Alarmstufe aus und zog Einsatzkräfte aus der gesamten Region zusammen, wie die Nachrichtenagentur CTK am Donnerstag meldete. Bis zum Nachmittag war die Gefahr neuer Explosionen noch nicht vollständig gebannt. Neue Brandnester wurden entdeckt, wie die Polizei mitteilte. Augenzeugen berichteten von einem großen Flammenball über dem Werksgelände, gefolgt von dicken, schwarzen Rauchschwaden.

Der Rauch zog in Richtung der Erzgebirgsstadt Hora Svate Kateriny, rund 45 Kilometer südöstlich von Chemnitz. Der Betrieb in Litvinov unweit der deutsch-tschechischen Grenze gehört zum Petrochemie-Unternehmen Unipetrol. Mindestens vier Feuerwehrleute kollabierten in der Hitze und wurden ärztlich behandelt. Ein Arbeiter erlitt bei der Explosion eine Trommelfellverletzung. Es gebe keine Informationen über weitere Verletzte oder Vermisste, teilte ein Firmensprecher mit. Nach ersten Erkenntnissen hatte sich brennbares Propen entzündet, nachdem ein Kühlkreislauf ausgefallen war.

Zu dem Unfall kam es in einer Anlage, in der Grundstoffe für die Kunststoffherstellung produziert werden. Die Behörden riefen die Bevölkerung in angrenzenden Städten und Gemeinden auf, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Die Chemiestadt Litvinov hat rund 25 000 Einwohner. Die Straßenbahnverbindung zwischen Litvinov und dem benachbarten Most (Brüx) wurde wegen des Brandes eingestellt. (dpa)

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