Namenswahl : Vornamen können über Zukunft von Kindern entscheiden

Mandy kommt aus dem Osten, Maximilian aus dem Westen. Kevin und Chantal sind ungebildet. Vornamen färben auf ihre Träger ab und können für den Lebensweg entscheidend sein.

HamburgNamen sind nicht nur Schall und Rauch: Mit der Wahl des Namens nehmen Eltern durchaus Einfluss auf die Zukunft ihres Kindes. Vorsicht sei bei den insgesamt immer häufiger vergebenen extravaganten Namen geboten, berichtet die in Hamburg erscheinende Zeitschrift "Eltern" (Ausgabe 9/2007): Bevor Eltern ihr Kind zum Beispiel "Tarzan" oder "Celina-Chayenne" nennen, sollten sie über die möglichen Folgen für den Nachwuchs nachdenken. Dem Soziologen Jürgen Gerhards zufolge verbinden Menschen mit einem bestimmten Vornamen neben dem Geschlecht auch ein bestimmtes Alter, eine Region und die Zugehörigkeit zu einer sozialen Schicht.

Bei "Mandy" zum Beispiel würden Westdeutsche oft an den Osten denken, bei "Maximilian" etwa umgekehrt Ostdeutsche an den Westen. Und manche Namen wie "Chantal" oder "Kevin" würden oft mit eher wenig gebildeten Menschen in Verbindung gebracht. Daher könne es passieren, dass junge Leute, die mit diesen Namen später auf Jobsuche gehen, bei Arbeitgebern auf Vorurteile stoßen. Kindern seien Namen ihrer Altersgenossen dagegen eher egal. Derzeit seien in Deutschland nach Schätzungen der Gesellschaft für Deutsche Sprache rund 100.000 Vornamen im Umlauf. (mit dpa)

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