Welt : Naomi Campbell mit Widderhörnern

Verjüngungskur für Pariser Haute Couture macht sich bemerkbar Paris (dpa).Im Wettstreit um die Zukunft der Pariser Haute Couture haben die Szenedesigner wie der Brite Alexander McQueen für Givenchy und der Franzose Jean-Paul Gaultier mit ihren Kollektionen Punkte gegen die etablierte Konkurrenz gesammelt. Als "18karätig und zeitgenössisch elegant" bezeichnete am Montag die Zeitung "Le Figaro" in Paris die erste Haute Couture-Kollektion, die der britische Szenestar Alexander McQueen für Givenchy vorgestellt hatte.Der erst 27jährige Meisterschneider aus London bot am Sonntag abend, wie bereits kurz berichtet, Extravagantes, Theatralisches und Tragbares.Die Wirkung seiner fantasievollen Modelle, darunter Overalls, Kombinationen mit Lederkorsett, mit Federn besetzte Bodies sowie Drapierungen verstärkte der spektakuläre turmhohe Kopfschmuck seiner Models.Die Fotos, die am Montag übermittelt wurden, zeigen Naomi Campbell mit Widderhörnern auf dem Laufsteg, andere Models hatten Haare wie Schmetterlingsflügel oder einen Hut, der wie eine halbe Ente aussah. Jean-Paul Gaultier hatte als erstmaliger Haute-Couture-Designer am Sonntag abend ebenfalls seine große Stunde.Bei seiner Kollektion, in die er sogar Männermode einschmuggelte, vergaß er auch nicht die zu seiner zweiten Natur gewordene Provokation.Auf die Haut aufgeklebte Spitze ersetzte Tätowierungen.Das sieht einfach grauenhaft aus.Für seine atemberaubend schönen Modelle hatte er auch erstmals in der französischen Meisterstickerei Lesage arbeiten lassen, die alten Jeansstoff vom Flohmarkt kunstvoll verzierte oder mit Perlen übersäte.Nach einer Reihe knapper Roben mit sehr schmalen, aber aufregend tiefen Dekolletées, folgte als Reminiszenz eine Serie in Tennisstreif. Ein kleines Kunstwerk war sein hochaktueller "Papagena"-Hosenanzug mit subtilem bunten Papageienfedern-Gesteck.Sein eigenes, zum Markenzeichen gewordenes Marine-Trikot verwandelte er in ein großes Abendkleid mit Querstreifen aus Spitze.Bei Kreationen mit asymmetrischen Stoffausschnitten war er seinem ersten Lehrmeister, Pierre Cardin, verpflichtet, der gerührt im Publikum saß."Jean-Paul hat sich zu seinem 20.Berufsjubiläum selbst ein wunderbares Geschenk gemacht, ob wir in der Haute Couture bleiben, hängt vom finanziellen Resultat ab", sagte ein Gaultier-Sprecher.

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