Welt : Napster: Die Tauschbörse kostet, aber Musik gibt es weiter gratis

Markus Ehrenberg

60 Millionen Internet-Nutzer sind enttäuscht: Am Wochenende hat die Internet-Musiktauschbörse Napster ihre Server für copyright-geschützte Musik gesperrt. Filter sollen das Herunterladen ausgewählter Titel verhindern. Und voraussichtlich ab Juni müssen die 60 Millionen Napster-Fans sowieso für jeden heruntergeladenen Song Geld zahlen. Der Internet-Dienst "Chip online" weist darauf hin, dass auf alternativen Tools weiterhin kostenlos Musik im MP3-Format aus dem Internet heruntergeladen werden kann.

Zum Beispiel mit dem Napigator. Dieser Online-Dienst ermöglicht die Auswahl des Servers, über den die Daten getauscht werden können. Damit stehen dem Internet-Nutzer andere Server als Napster zur Verfügung, die mit dem Napster-Protokoll arbeiten. Eine Alternative ist auch das weltweite Gnutella-Netzwerk, über das auf riesige Datenbanken mit MP3-Songs, Videos, Bildern und Programmen zugegriffen werden kann. Voraussetzung ist allerdings eine passende Gratis-Software wie LimeWire.

Konkurrenz für Napster kommt auch noch aus einer völlig unerwarteten Ecke. Der weltweit größte Online-Händler Amazon plant einen Bereich mit Musik zum Herunterladen, in dem mehrere tausend Titel kostenlos zur Verfügung gestellt werden sollen. Amazon will seinen 30 Millionen Kunden damit einen Vorgeschmack auf aktuelle CDs namhafter Künstler geben und neue Interpreten einem Millionenpublikum vorstellen. In der Eröffnungsphase ist Gratis-Musik unter anderem von U2, Nirvana und David Bowie vorgesehen. Für Musiker stellt Amazon eine virtuelle Trinkgelddose auf. Die Spenden zwischen einem und 50 Dollar (2,10 bis 105 Mark) kommen nach Abzug einer Bearbeitungsgebühr von 30 Prozent für Amazon Musikern zugute, die ihre Erstlingswerke über Amazon zum Download zur Verfügung stellen. Schwere Zeiten für Napster.

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