„Nature“-Studie : Das Klima lässt den Regen wandern

Paul Janositz

Fürchterliche Gewitter sind nicht einmalig, starke Regenfälle hat es schon immer gegeben, golfballgroße Hagelkörner fielen auch früher vom Himmel. Das sagen vorsichtige Menschen, wenn aus einzelnen Wetterkapriolen vorschnell auf den Klimawandel geschlossen wird.

Klimaforscher weisen darauf hin, dass sich das Wetter regional verändern werde. In manchen Gegenden werde es trockener, in anderen regnerischer. Für Deutschland beispielsweise sind steigende Niederschlagsmengen in bestimmten Regionen (etwa dem Schwarzwald) vorausgesagt. Bisher ließ sich aber nicht eindeutig beweisen, dass das mit dem weltweiten Anstieg der Lufttemperaturen zusammenhängen könnte.

Forschern um Francis Zwiers von der kanadischen Umweltschutzbehörde in Toronto ist nun erstmals ein solcher Nachweis gelungen. Im Fachjournal „Nature“ (Band 448, S. 461) berichten die Wissenschaftler, dass sich der Regenfall weltweit verändert habe. Das zeige eine Computerstudie, in der vom „Global Historical Climatology Network“ aufgezeichnete Niederschlagswerte analysiert wurden.

Die Aufzeichnungen aus den Jahren 1925 bis 1999 belegen demnach, dass sich die Niederschlagsmengen in bestimmten Breiten geändert haben. Die Forscher verglichen nun die historischen Daten mit Rechenergebnissen aus 14 unterschiedlichen Klimasimulationen. Es zeigte sich, dass normale Schwankungen des Weltklimas und natürliche Prozesse allein die veränderte Verteilung der Niederschläge nicht erklären können. Nun fütterten die Forscher die Computer mit Daten, die den zunehmenden Ausstoß von Treibhausgasen berücksichtigen. Jetzt erhielten sie Ergebnisse, die mit den aufgezeichneten Niederschlagswerten übereinstimmen.

Damit sei nachgewiesen, dass menschliche Aktivitäten nicht nur die Temperaturen steigen ließen, sondern auch die globale Niederschlagsverteilung veränderten, so die Autoren.

Demnach hat die jährliche Regenmenge zwischen dem 40. und dem 70. nördlichen Breitengrad – in Mittel- und Nordeuropa beispielsweise – während des 20. Jahrhunderts um 21 Millimeter zugenommen. In den Tropen und Subtropen der Südhalbkugel (0 bis 30 Grad südliche Breite) stieg der jährliche Niederschlag sogar um 82 Millimeter. In den entsprechenden Breitengraden der nördlichen Hemisphäre – etwa im Norden Afrikas – verminderte sich die Regenmenge dagegen um 98 Millimeter.

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