Naturgewalt : Feuersturm in Australien - mindestens 14 Tote

Bei einem Feuersturm im Südosten Australiens sind mindestens 14 Menschen ums Leben gekommen. Die Behörden rechnen sogar mit bis zu 40 Toten in den verbrannten Häusern. Im Norden kommt es dagegen zu Überschwemmungen.

Australien Brände
Naturgewalten. Im Süden Australien herrschen gigantische Feuer - im Norden leiden die Menschen unter Überschwemmungen. -

SydneyStarke Winde und große Hitze treiben seit Freitag die Flammen in Australien voran, die im dürren Holz und Gestrüpp reiche Nahrung finden. Die etwa 400 Brände - viele von ihnen absichtlich gelegt - zerstörten hunderte Häuser. Ganz anders die Lage im Nordosten des Kontinents: Dort machen Überschwemmungen den Menschen das Leben schwer.

Vom Feuer besonders betroffen sind Gebiete nördlich von Melbourne im Bundesstaat Victoria. "Dies ist eine absolute Tragödie für den Bundesstaat und wir glauben, dass die Zahlen noch höher werden könnten", erklärte der Polizeibeamte Kieran Walshe. Die Helfer dringen erst nach und nach in die betroffenen Gebiete vor. Victoria habe die bislang schlimmsten Bedingungen bei Bränden erlebt, sagte der Ministerpräsident des Staates Victoria, John Brumby. 30.000 freiwillige Helfer und 37 Löschflugzeuge waren im Einsatz.

Nach Angaben des staatlichen Meteorologen Terry Ryan sind die Feuer so stark, dass sie ihr eigenes Wetter schaffen: "Wir nennen das einen Pyrokumulus." Dabei reißt die heiße Luft Asche mit nach oben. Die entstehenden dunklen Wolken erinnern an einen Gewittersturm.

In Sydney herrscht Hitzerekord

In Melbourne wurden Temperaturen von mehr als 44 Grad gemessen. Im Umland war es sogar noch heißer. "Die Intensität des Feuers ist so groß, dass unsere Taktik in den meisten Fällen keinen Effekt auf die Flammenfront hat", sagte Feuerwehrmann Greg Anof.

Allein sechs Menschen starben im Ort Kinglake. Einwohner Peter Mitchell flüchtete zusammen mit etwa 200 weiteren Menschen in die Feuerwache. Dem lokalen Radiosender sagte er in einem Telefongespräch: "Ganz Kinglake steht in Flammen. Flammen überall. Bäume explodieren, Gastanks explodieren, Gebäude brennen."

Überschwemmungen im Norden

Eine Flammenfront aus dem Bunyip National Park nördlich von Melbourne setzte 2000 Hektar in Brand, vernichtete zahlreiche Häuser, einen Golfclub und landwirtschaftliche Gebäude. Der Wind trieb Rauch auch über Australiens größte Stadt Sydney. Dort herrschten an drei aufeinanderfolgenden Tagen Temperaturen von mehr als 40 Grad - ein Hitzerekord. Um weitere mutwillig gelegte Brände zu verhindern, schlossen die Behörden mehrere Nationalparks.

Im Nordosten kämpften die Helfer dagegen nach starken Regenfällen gegen die schwersten Überschwemmungen seit Jahrzehnten. Große Teile von Queensland - rund eine Million Quadratkilometer - sind betroffen. Dutzende Häuser sind zerstört. Weil viele Straßen überflutet sind, können Rinderherden nicht mehr mit Futter versorgt werden; damit sind zehntausende Tiere in Gefahr. Ein weiterer Regentag könnte dazu führen, dass die Bewohner der Stadt Ingham evakuiert werden müssen, hieß es. Bürgermeister Pino Giandomenico sprach von einem "Desaster". (jg/dpa)

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