Naturgewalten : China will Katastrophenschutz verbessern

Einen Tag bevor sich das verheerende Erdbeben in der Südwestprovinz Sichuan jährt, stellt China seinen verbesserten Katastrophenschutz vor. Schulen sollen erdbebensicher gebaut und die Menschen besser informiert werden.

PekingDie Regierung legte ein Weißbuch zum Katastrophenschutz vor, um Rettungs- und Hilfsmaßnahmen besser zu koordinieren. Bestehende Probleme und Schwachstellen sollen beseitigt werden.

Örtliche Behörden sollen Notfallpläne entwerfen, regelmäßig Übungen abhalten und Schutzzonen für die Menschen in Parks oder Stadien schaffen. Zudem sollen die Bürger umfassender informiert werden, wie im Katastrophenfall reagieren können.

Bei dem Erdbeben der Stärke acht am 12. Mai 2008 starben 87.000 Menschen. Vergangene Woche hatte die Regierung erstmals eingeräumt, dass unter den Opfern auch 5.335 Schulkinder waren. Eltern und Aktivisten schätzen die Zahl jedoch höher ein.

Offenbar als Reaktion auf die Empörung über den Einsturz vieler Schulen in Sichuan, die aufgrund von Baupfusch den Erdstößen nicht standhalten konnten, sollen innerhalb von drei Jahren landesweit alle Schulen erdbebensicher gemacht werden. Neue Bauvorschriften sind diesen Monat in Kraft getreten.

Das Weißbuch befasst sich nicht nur mit schweren Erdbeben, sondern auch mit anderen Naturgewalten. China gehöre zu den Ländern, die am häufigsten von Naturkatastrophen heimgesucht werden. So komme es allein in zwei Dritteln des Landes immer wieder zu Überschwemmungen. Der Klimawandel verschärfe zudem das Risiko extremer Wetterphänomene.

Das Weißbuch verspricht im Katastrophenfall auch eine schnelle Veröffentlichung von Informationen, die dem Grundsatz "prompt und genau, offen und transparent" folgen soll. "Das Erdbeben hat gezeigt, wie schlecht wir auf potenzielle Gefahren vorbereitet sind. Viele Menschen wussten nicht, wie sie reagieren oder auch erste Hilfe leisten sollen", sagte Wang Qizhang, ein leitender Funktionär der Provinzregierung von Sichuan, laut China Daily. (sh/dpa)

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