Naturkatastrophe : Eisregen legt Nordosten der USA lahm

Ausnahmezustand: Ein Eissturm hat am Wochenende weite Teile der USA heimgesucht. Eine Million Häuser waren ohne Strom. Präsident Bush will die Bevölkerung mit Bundeshilfen unterstützen.

New YorkEin Sprecher des Energieunternehmens Northeast Utilities erklärte, der gesamte Nordosten des Landes sei von dem winterlichen Wetterchaos betroffen. In hunderttausenden Haushalten fiel der Strom aus, die Regierungen der Bundesstaaten New Hampshire und Massachusetts verhängten den Ausnahmezustand, in Maine wurden alle Regierungsgebäude geschlossen. In der Region brachen Bäume unter der Last des Eisregens zusammen. Die durch gefrorenen Regen beschwerten Äste hätten die Stromkabel zerfetzt, sagte der Sprecher des Energiekonzerns.

In New Hampshire waren mehr als 300.000 Menschen von einem Stromausfall betroffen. Gouverneur John Lynch erklärte den Ausnahmezustand. Er rief die Bevölkerung zur Vorsicht auf, da mit weiteren Regenfällen sowie sinkenden Temperaturen zu rechnen sei. Auch der nationale Wetterdienst warnte am Samstag vor weiteren Schnee- und Regenfällen in Teilen des Bundesstaates New Yorks sowie im Nordosten von Maine. Im Bundesstaat Massachusetts verhängte Gouverneur Deval Patrick ebenfalls den Ausnahmezustand, um die Nationalgarde für Hilfseinsätze einsetzen zu können.

Alle amtlichen Gebäude sind geschlossen

US-Präsident George W. Bush gab die Bundeshilfen am Samstag frei, wie seine Sprecherin Dana Perino in Washington mitteilte. In Massachusetts waren nach Angaben des Gouverneurs zwischenzeitlich 350.000 Haushalte ohne Strom, den Schaden bezifferte er auf umgerechnet rund 5,2 Millionen Euro. In Maine waren mehr als 170.000 Haushalte von dem Stromausfall betroffen, die Regierung schloss wegen des Eissturms zwischenzeitlich alle amtlichen Gebäude. Auch im Staat New York, in Connecticut, im nördlichen Ohio sowie in Teilen Pennsylvanias waren zahlreiche Menschen ohne Elektrizität. In New York sei die Stromversorgung von 300.000 Menschen unterbrochen, sagte Gouverneur David Paterson.

Die Behörden warnten davor, sich herabgerissenen Stromleitungen zu nähern. Auch im Verkehr sei wegen ausgefallener Ampeln Vorsicht angesagt. Insgesamt waren nach einem Bericht der Zeitung "Boston Globe" eine Million Häuser und Unternehmen ohne Strom. Die Region lag demnach unter einer mehr als zwei Zentimeter dicken Eisschicht. Die Behörden warnten davor, dass die Störungen möglicherweise mehrere Tage andauern könnten. (mfa/AFP)

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