Neapel : Sieben Tote bei Schießerei - Mafia verdächtig

Im Kugelhagel der Mafia sind am Donnerstagabend in der Nähe der italienischen Stadt Neapel sieben Menschen ums Leben gekommen. Die Polizei sprach von der bislang blutigsten Schießerei in der Region.

RomBei einer Schießerei in der Nähe von Neapel sind sechs Afrikaner getötet worden. Nach Polizeiangaben vom Freitag starben die sechs Männer bei einer Schießerei in Castel Volturno, nördlich von Neapel. Kurz zuvor sei in dem Ort ein Italiener in einem Spielcasino erschossen worden. Der Mord an ihm ereignete sich rund 20 Minuten, bevor es am Donnerstagabend zu der Schießerei kam. Die Polizei sprach von der bislang blutigsten Schießerei in der Region. Sie prüfte einen möglichen Zusammenhang zwischen beiden Vorfällen. Möglicherweise ging es um Machtkämpfe zwischen der örtlichen Mafia und afrikanischen Drogendealern.

Bei dem erschossenen 53-jährigen Italiener handelte es sich den Angaben zufolge um ein mutmaßliches Mitglied eines Mafiaclans. Von den getöteten Afrikanern kamen drei aus Ghana, einer aus Togo, einer aus Liberia und ein weiterer aus Ghana oder Liberia. Bei einem Mann, der während der Schießerei verletzt wurde, war ebenfalls unklar, ob er aus Ghana oder Liberia stammte. Er wurde im Krankenhaus behandelt.

So viele Opfer wie nie zuvor

"Es hat hier nie so viele Opfer bei einer Schießerei gegeben", sagte ein Beamter der Carabinieri von Castel Volturno. "Das ist ein Rekord für die Region." Den Ermittlern zufolge könnte es sich bei den Taten um Machtkämpfe zwischen dem in Drogengeschäfte verwickelten örtlichen Mafiaclan Casalesi und den ebenfalls mit Drogen handelnden Einwanderern gehandelt haben. "Diese These muss noch bestätigt werden", sagte der Polizist. Nach Informationen der italienischen Nachrichtenagentur Ansa war der Auslöser für die Schießereien eine ausgebliebene Zahlung der Afrikaner an die Mafia.

Der Casalesi-Clan ist der mächtigste innerhalb der neapolitanischen Camorra. Er zieht zwischen Neapel und Caserta die Fäden im Drogen- und Prostituiertenmilieu. In der Gegend wurden in den vergangenen Jahren zahlreiche Menschen umgebracht. (kk/AFP)

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