Welt : Neue Gefahren für Asiens Überschwemmungsgebiete

PEKING (AFP/rtr).In den chinesischen Katastrophengebieten am Flußlauf des Jangtse müssen sich Millionen Menschen auf neue Gefahren einstellen.Die Meteorologen erwarteten, daß in den kommenden zehn Tagen neue tropische Stürme über die Überschwemmungsgebiete am Jangtse fegen werden.Bereits jetzt sind von der Hochwasserkatastrophe in China ein Fünftel der Bevölkerung oder 240 Millionen Menschen betroffen.Über 2000 Personen seien seit Anfang Juni umgekommen, sagte der Vize-Zivilschutzminister Fan Baojun am Donnerstag in Peking.Fast 18 Millionen Gebäude seien zerstört und 14 Millionen Menschen umgesiedelt worden.Die seit Wochen andauernden Regenfälle haben in China zu der schwersten Überschwemmungskatastrophe seit 1954 geführt.

Auch in Südkorea sind bei den größten Überschwemmungen seit 50 Jahren am Donnerstag vermutlich mehr als hundert Menschen getötet worden.In offiziellen Berichten war von 75 Toten und 35 Vermißten die Rede.Wahrscheinlich liege die Zahl sogar höher, doch Informationen über Verschüttete aus den entlegenen Regionen seien spärlich, erklärten die zuständigen Behörden.Viele der Opfer seien im Schlaf von den Flutwellen überrascht worden.Damit stieg die Zahl der Toten und Vermißten seit Beginn der heftigen Regenfälle vor sechs Tagen auf 206.In der besonders stark betroffenen Hauptstadt Seoul und ihrem Umland stehen nach Angaben der Behörden 12 000 Häuser unter Wasser.

Peking erhöhte die offizielle Opferzahl auf rund 2000 Tote, wurde aber von Augenzeugen aus den Überflutungsgebieten der zentralen Provinz Hubei, wo am vergangenen Sonnabend ein wichtiger Damm gebrochen war, korrigiert.Sie schätzten die tatsächliche Zahl der verlorenen Menschenleben sehr viel höher ein.Bis zum vergangenen Montag seien fast 14 Millionen Menschen aus den überschwemmten Gebieten evakuiert worden, sagte der stellvertretende Minister für Wasserressourcen, Zhou Wenzhi, auf einer Pressekonferenz in Peking, auf der aber wenig über das Elend der etwa 240 Millionen betroffenen Chinesen berichtet wurde.

Die Sturzbäche des Sommerregens, Hochwasser und Erdrutsche haben nach offiziellen Angaben in zwölf Provinzen mehr als 5,5 Millionen Häuser zerstört und weitere 12,5 Millionen beschädigt.Bislang seien rund 21 Millionen Hektar fruchtbares Ackerland überschwemmt worden, fast fünf Millionen Hektar wurden völlig vernichtet.Erdrutsche haben ganze Dörfer verschüttet.Ein erster Sturm, der von der Küste in Richtung der Provinz Fujian heranzog, hatte sich am Donnerstag aber zunächst abgeschwächt.

In Nepal kamen nach schweren Regengüssen in Überschwemmungen und Erdrutschen insgesamt 113 Menschen ums Leben.Nach Angaben des Innenministeriums in Kathmandu wurden fast 3000 Häuser zerstört oder beschädigt.Nahezu 8000 Familien in dem Himalaja-Königreich seien betroffen.In China wurden einige Deiche zum Schutz der Städte gesprengt.Der Taifun "Otto" näherte sich dem Gebiet.In der Landwirtschaft sind nach offiziellen Angaben über 21 Millionen Hektar von den Überschwemmmungen betroffen.Die Erträge von fast fünf Millionen Hektar seien vernichtet.Das fruchtbare Jangtse-Tal gehört zu den wichtigsten Reis- und Baumwollkammern des Landes.

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