Welt : Neue Mannschaft inspiziert Mir-Station

Den Kosmonauten steht die wohl schwierigste Reparatur in der Geschichte der Raumfahrt bevor MOSKAU (dpa).Die neue Mir-Mannschaft hat am Freitag an ihrem ersten Arbeitstag die havarierte russische Raumstation inspiziert.Gemeinsam mit der alten Besatzung hätten Anatoli Solowjow und Pawel Winogradow einen ersten Kontrollgang durch die havarierte Station unternommen, sagte ein Sprecher des Flugleitzentrums bei Moskau.Auf die neue Besatzung wartet eine der umfangreichsten Reparaturaufgaben in der Geschichte der russischen Raumfahrt.Zugleich sagte Präsident Boris Jelzin der russischen Raumfahrt die weitere Unterstützung des Staates zu.

Bei einem Besuch des staatlichen Raumfahrtzentrums Chrunitschew bei Moskau kündigte Jelzin an, daß in diesem Jahr für den russischen Teil der internationalen Raumstation ISS (früher Alpha) zusätzliche 99,5 Millionen Dollar (185 Millionen Mark) zur Verfügung gestellt werden sollen.Für die Pannenserie auf der Mir machte Jelzin vor allem menschliche Fehler aus.Die Ursachen lägen nicht in der Technik begründet, sondern im "Faktor Mensch", zitierte die Nachrichtenagentur Itar-Tass Jelzin.In Chrunitschew werden unter anderem Raketenträger sowie das Modul FGB hergestellt, das die Keimzelle für die internationale Raumstation werden soll.

Auf der Mir durften die Raumfahrer wegen der späten Ankunft am Vorabend vier Stunden länger schlafen als gewöhnlich.Unklar war zunächst, ob die Mannschaft erneut versuchen sollte, den seit Dienstag ausgefallenen Sauerstoffgenerator wieder in Gang zu setzen.Derzeit erzeugt ein Ersatzsystem die Atemluft.

Erschöpft und erleichtert hatten der bisherige Mir-Kommandant Wassili Ziblijew, Bordingenieur Alexander Lasutkin und der Amerikaner Michael Foale ihre Ablösungsmannschaft zuvor in Empfang genommen.Bei dem Andockmanöver der Raumkapsel Sojus TM-26 hatte es noch einen kritischen Augenblick gegeben, als Solowjow wegen Zweifeln an dem automatischen Andocksystem "Kurs" auf Handsteuerung umschaltete.

Ziblijew und Lasutkin werden am kommenden Donnerstag nach einer langen Pannenserie zur Erde zurückkehren.Sie galten als zu erschöpft für die riskanten Arbeiten.Solowjow und Winogradow sollen 194 Tage im All bleiben.Foale wird im September vom US-Astronauten David Wolf abgelöst, der mit der US-Raumfähre "Atlantis" zur Raumstation gebracht wird.

Mehr lesen? Jetzt gratis E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar