Welt : Neue Regeln für die Einreise in die USA

Timo Blöß

Berlin - Vom 26. Oktober an gelten für die USA neue Einreisebestimmungen. Dann müssen Touristen und Geschäftsleute – auch aus Deutschland – über einen maschinell lesbaren Reisepass verfügen, wenn sie ohne Visa für weniger als 90 Tage in die Vereinigten Staaten reisen wollen. Haben sie einen solchen Pass nicht, muss im amerikanischen Konsulat ein Visum beantragt werden. Dazu müssen sich die Reisewilligen einem so genannten Visa-Interview unterziehen.

Mit den neuen Bestimmungen wird sich für die USA-Reisenden aus Deutschland de facto aber zunächst nichts ändern. Denn anders als in einigen anderen Ländern werden hier zu Lande schon seit 1988 nur noch maschinenlesbare Pässe ausgegeben. Die als Europapass bezeichneten Reisepässe sind an ihrem bordeauxfarbenen Einband zu erkennen. Nur in Ausnahmefällen, wie etwa bei einigen Kinderpässen oder vorübergehenden Ersatzdokumenten für abgelaufene oder verlorene Ausweise, sind die deutsche Pässe nicht zur digitalen Erfassung geeignet. Geeignete Reisedokumente können dann bei den Einwohnermeldeämtern beantragt werden. Die durchschnittliche Bearbeitungszeit beträgt sechs Wochen. Einige Ämter stellen zudem – für eine erhöhte Gebühr – auch so genannte Expresspässe innerhalb von zwei bis drei Tagen aus.

Ob, wie von den amerikanischen Behörden angekündigt, von Oktober des kommenden Jahres an tatsächlich auch biometrische Daten für die Einreise in die USA auf den Reisedokumenten vermerkt sein müssen, scheint noch unsicher zu sein. Im Bundesinnenministerium ist man skeptisch. Noch sei völlig unklar, wie viele und welche biometrischen Daten als internationaler Standard anerkannt werden sollen. Darüber werde man sich international erst Ende 2004 – auch mit den USA – abstimmen, heißt es dort in informierten Kreisen. Frühestens Ende des kommenden Jahres werde deswegen in Deutschland der erste Pass mit biometrischen Daten ausgegeben werden können.

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