Neue Studie : Klimaveränderung ist beispiellos

Auf und Ab ging es immer wieder mit der globalen Durchschnitts-Temperatur in den letzten 5000 Jahren. Eine neue Studie belegt aber, dass der Klimawandel in den letzten Jahrzehnten eine völlig beispiellose Entwicklung genommen hat.

Kabeljau
Der Kabeljau leidet nicht nur unter Überfischung, sondern auch unter dem Klimawandel. -Foto: dpa

WashingtonDie Klimaveränderungen auf der Erde sind so stark wie seit 5000 Jahren nicht mehr. Das ist das Ergebnis einer am Donnerstag veröffentlichten Studie der Cornell Universität im US-Bundesstaat New York, die Ökosysteme in der Arktis und im Nordatlantik untersucht hat. Die Forscher um den Meeresbiologen Charles Greene analysierten die wichtigsten Wärme- und Kälteperioden in der Arktis in den vergangenen 65 Millionen Jahren. Demnach gab es mehrere Temperaturstürze, bei denen die Durchschnittstemperatur innerhalb weniger Jahre um bis zehn Grad Celsius sank. Eine Erwärmung wie in den vergangenen 50 Jahren habe es jedoch seit fünf Jahrtausenden nicht mehr gegeben. Sie sei "beispiellos" in der Geschichte der Menschheit, sagte Greene.

Es wird Gewinner und Verlierer geben

Die Studie, die in der November-Ausgabe des Fachmagazins "Ecology" erscheint, untersuchte außerdem die Menge an Süßwasser durch abschmelzendes Gletschereis in den Meeren, die Wasserzirkulation und Veränderungen in der Tier- und Pflanzenwelt. Der Klimawandel verursacht demnach eine umfangreiche "Neuordnung" der Ökosysteme. Als eine bereits sichtbare Veränderung nannten die Forscher die Entdeckung einer mikroskopisch kleinen Alge aus dem Pazifischen Ozean im Atlantik, die dort zuletzt vor 800.000 Jahren vorkam.

Auch die Kabeljaubestände im Nordatlantik leiden den Angaben zufolge nicht nur unter der Überfischung, sondern auch unter der Klimaveränderung. Einströmendes, kaltes Schmelzwasser behindere die Fortpflanzung der Fische, erklärten die Forscher. Es werde durch den Klimawandel Gewinner und Verlierer geben, sagte Greene. Das gelte jedoch nicht nur für die Zusammensetzung der Arten, sondern auch für verschiedene Gruppen von Menschen. (ah/AFP)

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