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Neue Vorwürfe : Französische Justiz nimmt Vorermittlungen gegen Strauss-Kahn auf

Die französische Polizei beginnt nun ebenfalls mit Vorermittlungen gegen den Ex-IWF-Chef wegen versuchter Vergewaltigung. In den USA ist Strauss-Kahn weiterhin angeklagt.

Nafissatou Diallo sieht zufrieden aus. Gut anderthalb Jahre nach der spektakulären Festnahme von Dominique Strauss-Kahn in New York ist der Fall um eine angebliche Vergewaltigung abgeschlossen. Unter welchen Bedingungen sich Diallo und Strauss-Kahn aber geeinigt haben, ist unbekannt. Natürlich wird heftig spekuliert.Weitere Bilder anzeigen
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10.12.2012 22:01Nafissatou Diallo sieht zufrieden aus. Gut anderthalb Jahre nach der spektakulären Festnahme von Dominique Strauss-Kahn in New...

Wegen des Vorwurfs der versuchten Vergewaltigung einer französischen Autorin nimmt die französische Justiz gegen den ehemaligen IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn polizeiliche Vorermittlungen auf. Dies teilten Justizbeamte in Paris am Freitag mit, nachdem die Autorin Tristane Banon zuvor Anzeige erstattet hatte. Es handelt sich dabei aber noch nicht um ein formelles Ermittlungsverfahren.

Das New Yorker Verfahren gegen Ex-IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn gleicht inzwischen einem Justizkrimi: Rücktrittsforderungen an die Staatsanwaltschaft, gegenseitige Anschuldigungen und eine völlig undurchsichtige Beweislage. Gerüchte über ein mögliches schnelles Ende der Ermittlungen wegen versuchter Vergewaltigung bestätigten sich nicht. „Strauss-Kahn wird kein Schuldgeständnis ablegen – wozu auch immer“, sagte sein Anwalt William Taylor laut „New York Times“. Taylor hatte sich am Mittwoch mit Vertretern der Anklage beraten. Es war spekuliert worden, dass eine Vereinbarung zwischen Anklage und Verteidigung das Verfahren kurzfristig beenden könnte.

Hintergrund sind Zweifel an der Glaubwürdigkeit des mutmaßlichen Opfers. Weil die Frau in anderem Zusammenhang mehrmals gelogen haben soll, könnten die schwerwiegendsten Anklagepunkte nicht zu halten sein. Ihr Anwalt hat der New Yorker Bezirksstaatsanwaltschaft Befangenheit in dem Fall vorgeworfen und die Einsetzung eines Sonderermittlers gefordert. Anwalt Kenneth Thompson machte die Ermittler dafür verantwortlich, dass Zweifel an der Glaubwürdigkeit seiner Mandantin öffentlich geworden seien. Die Staatsanwaltschaft wies den Vorwurf zurück.

Die Bezirksstaatsanwaltschaft sei offensichtlich dafür verantwortlich, dass wiederholt Interna in Medien veröffentlicht worden seien, die den Ruf seiner Mandantin schädigen oder gar zur Niederschlagung der Vorwürfe gegen Strauss-Kahn dienen sollten, kritisierte Anwalt Thompson. Die Staatsanwaltschaft habe es in dem Fall an Fairness und Unparteilichkeit mangeln lassen. Thompson erwähnte in einem Schreiben an die Justiz zudem einen „möglichen Interessenkonflikt“ in der Bezirksstaatsanwaltschaft, da eine ranghohe Mitarbeiterin der Behörde mit einem von Strauss-Kahns Anwälten verheiratet sei.

Die New Yorker Staatsanwaltschaft wies die Vorwürfe zurück und lehnte es ab, den Fall abzugeben. Nach dem Treffen zwischen Vertretern der Staatsanwaltschaft und Strauss-Anwälten am Mittwoch hatte die Staatsanwaltschaft erklärt, sie halte an der Anklage fest. „Die Ermittlungen gehen weiter“, erklärte die Staatsanwaltschaft am Mittwoch. Zuvor hatten US-Medien spekuliert, dass die Anklage möglicherweise ganz fallengelassen werden könnte.

Die Anzeige der französischen Autorin Tristane Banon in Frankreich wird unterdessen weiter geprüft, erklärte eine Justizsprecherin. Die Autorin wirft Strauss-Kahn vor, während eines Interview-Termins vor acht Jahren über sie hergefallen zu sein. Dessen Anwälte bereiten nach eigenen Angaben eine Verleumdungsklage gegen die Frau vor. (dpa/AFP)

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