Neuer Glücksspielstaatsvertrag : Rundfunk-Verband will Vertagung

Die privaten Rundfunkanbieter bekräftigen vor der Ministerpräsidentenkonferenz in der nächsten Woche ihren Widerstand gegen den geplanten neuen Glücksspielstaatsvertrag.

Berlin - Der Verband Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT) plädierte am Donnerstagabend dafür, das Thema von der Tagesordnung zu nehmen und zu vertagen. Dadurch entstünde die Chance, noch einmal in die inhaltliche Diskussion einzusteigen, sagte VPRT-Präsident Jürgen Doetz in Berlin.

Die Ministerpräsidenten wollen am Mittwoch mit dem neuen Staatsvertrag eine Neuausgestaltung des bisherigen Monopols vollziehen, was der VPRT ablehnt. Der Verband und die im Arbeitskreis Wetten organisierten Medienunternehmen hatten jüngst vor dem Hintergrund des drohenden Verbots privater Sportwetten in Deutschland ein Alternativmodell vorgestellt. Darin schlagen sie ein behördlich genehmigtes Nebeneinander von staatlichen und privaten Wettangeboten vor.

Bei einem Monopol könne es einen "grauen Schwarzmarkt" geben, warnte Doetz. Mit dem vorgeschlagenen Konzessionsmodell sei ein besserer Jugendschutz möglich, fügte er hinzu.

Im März hatte das Bundesverfassungsgericht das Staatsmonopol für die Oddset-Sportwetten für verfassungswidrig erklärt und Nachbesserungen zum Schutz Spielsüchtiger gefordert. Zugleich soll ein Nebeneinander staatlicher und privater Anbieter geprüft werden. (tso/ddp)

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