• Neuer Ölteppich bedroht nordspanische Küste Bestechungsverdacht – Galicischer Verkehrsminister tritt zurück

Welt : Neuer Ölteppich bedroht nordspanische Küste Bestechungsverdacht – Galicischer Verkehrsminister tritt zurück

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Santander (dpa). Zwei Monate nach dem Untergang des Großtankers „Prestige“ im Atlantik bedroht ein riesiger Ölteppich die Strände am Golf von Biskaya in Nordspanien. Der Teppich bestehe aus unzähligen kleinen Ölflecken, die sich auf 6400 Quadratkilometern verteilten, berichteten die Behörden am Freitag in Santander. Das ist zweieinhalbmal so viel wie die Fläche des Saarlandes. Die „schwarze Flut“ sei vom Wind bis auf 75 Kilometer an die so genannte grüne Küste herangetrieben worden. Wegen rauer See könnten die Ölbekämpfungsschiffe nicht eingreifen. Es sei daher damit zu rechnen, dass die Ölflut nächste Woche die Strände in Asturien, Kantabrien und dem spanischen Baskenland erreicht.

Die spanische Atlantikküste ist bereits auf einer Länge von fast 1000 Kilometern verschmutzt worden. In der am stärksten betroffenen Region Galicien führte die Umweltkatastrophe überdies zu einem politischen Skandal: Nach Vorwürfen, seine Familie habe sich an der Ölpest bereichert, trat der galicische Verkehrsminister José Cuiña am Donnerstagabend zurück und löste damit eine Krise in der Regionalregierung aus. Ein Rundfunksender hatte berichtet, Angehörige des 52jährigen Politikers hätten über Familienunternehmen tausende Schutzanzüge, Schaufeln und Container im Wert von mindestens 40 000 Euro an staatliche Entsorgungsfirmen verkauft, die mit der Küstensanierung beauftragt worden sind.

Als Geschäftsführerin eines dieser Familienunternehmen, an denen auch der Minister beteiligt sei, fungiere auf dem Papier dessen über 80 Jahre alte Mutter, hieß es. Cuiña wies die Vorwürfe zurück. Er war seit Jahren die rechte Hand des galicischen Regierungschefs Manuel Fraga (80) und galt als dessen sicherer Nachfolger im Falle eines erneuten Sieges seiner Partei bei den nächsten Regionalwahlen.

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