Neuer Spaßsport : Can's Professional: Jeder Wurf ein Treffer

Sie treffen aus jeder Position ins Schwarze - und zwar ohne hinzuschauen. Die neue Trendsportart "Can's Professional" kommt aus Frankreich. Wie die Videos zeigen, ein echter Hingucker.

Holger Melas
Mülleimer
"Can Pros" benutzen Mülleimer als Spielzeug. -Foto: PR

Eigentlich gab es schon immer Menschen, die Stunden damit zubringen können, Münzen, Kronkorken oder Spielkarten zielsicher irgendwohin zu schnipsen. Leute, die Hindernisse suchen, nur um sie zu überwinden. Typen, denen es jederzeit Spaß bereitet, über Zäune zu springen, Treppengeländer hinunterzurutschen oder auf der Bordsteinkante zu balancieren. 

Gelingt so einem etwas ganz besonders gut, jubelt er ausgelassen. Ungefähr so, wie das Publikum bei Sportspielen reagiert, wenn einer dieser spektakulären Momente vorüberzieht: Die Mannschaft steht am Rande der Niederlage, die Partie ist fast zu Ende, die Situation aussichtslos. Da setzt ein Spieler alles auf eine Karte, riskiert einen unmöglichen Wurf - und trifft. Buzzer Beater nennen sie so einen Wurf im US-Basketball, im Football ist es der Hail Mary Pass. Das Stadion steht Kopf, alle flippen aus.

Cool und fast kostenlos

Die Freunde Fred, Nas, Amaz, Erwann und Jerem sind da anders. Gelingt ein Volltreffer, verzieht keiner eine Miene - denn sie treffen immer. Früher hätte man die fünf Franzosen abfällig als Freaks bezeichnet. Mit diesem Sammelbegriff für alle, die Außergewöhnliches tun, für das es meist noch keine Bezeichnung gibt und erst recht kein Verständnis von Spießern.

Das hat sich geändert. Erwachsene, die Parkbänke im geschmeidigen Bocksprung überwinden oder das Treppengeländer auf dem Allerwertesten absurfen, sind längst keine unreifen Spinner mehr. Traceure werden sie genannt, ihre Sportart heißt Parkour und im Prinzip geht es um akrobatische Bewegungen durch die sich bietenden Hindernisse des Großstadtdschungels. Das war der letzte Bewegungstrend, der vergangenen Sommer aus Frankreich rüberschwappte. Jetzt kommt was Neues. Der Spaßsport heißt "Can's Professional", kostet kaum etwas, sieht aber extrem cool aus. Dabei ist der Sport nicht wirklich neu, denn Dosenwerfen gibt es schon lange auf jedem Jahrmarkt.

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Wie wird man ein "Can Pro"?



Um ein "Can Pro" zu werden, braucht man lediglich einen Mülleimer und eine Dose. Erlaubt ist eigentlich jeder Gegenstand, der sich in ein Behältnis werfen oder schießen lässt. Dazu gehört ein zielsicheres Händchen und Zeit - und zwar jede Menge. Denn zuerst müssen Koordination und das Ball- bzw. Dosengefühl trainiert werden, schließlich treffen "Can Pros" aus jeder Position und Situation ins Schwarze. So sieht es zumindest in den Videos aus, in denen ein Volltreffer den nächsten jagt.

Natürlich dauert es selbst bei geübten Dosenakrobaten schon mal Stunden, bis ein vermeintlich zufälliger Wurf ins Ziel findet. Besonders schnell Frustrierte benötigen daher zusätzlich Schauspieltalent und hohe Konzentrationsfähigkeit, denn im Zusammenschnitt muss auch der hundertste Versuch so extrem lässig und locker rüberkommen, als hätte es auf Anhieb geklappt. Sehen Sie also jemanden, der stundenlang damit beschäftigt ist, ein Objekt auf abenteuerliche Art in eine Tonne zu bugsieren, wundern Sie sich bitte nicht. Die Person ist nicht in einer zwanghaften Handlungsschleife gefangen, sie hat auch keinen Tick. Nur ihren ganz eigenen Spaß.

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Längst nicht alle Fehlversuche werden herausgeschnitten: die besten Outtakes zeigt das zweite Video im Abspann.

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