Welt : Neues aus der Wissenschaft: Autoimmunleiden und mehr

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Arthritis, Lupus, Multiple Sklerose. Autoimmunkrankheiten wie rheumatoide Arthritis, Lupus und Multiple Sclerose machen Millionen von Menschen das Leben zur Hölle. Sie gehören neben Herzversagen, Krebs und Unfällen zu den zehn häufigsten Todesursachen. Jetzt glauben Wissenschaftler, eine Erklärung für die rätselhaften Leiden gefunden zu haben. Es sind jene Zellen, die während einer Schwangerschaft vom werdenden Kind in das Blut der Mutter geraten - oder umgekehrt. Das sagten US-Forscher am Wochenende auf dem Jahreskongress der Amerikanischen Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft (AAAS) in San Francisco. Sieben von zehn Patienten mit Autoimmunleiden sind Frauen.

Umlernen. Es fällt nicht mehr so leicht wie in jungen Jahren, doch das Hirn hat beim Lernen selbst im Alter kaum Grenzen. Das belegten Neurologen und Psychologen auf der AAAS-Jahrestagung in San Francisco anhand mehrerer Beispiele. So gelang es im Intensivtraining, erwachsenen Japanern den Unterschied zwischen "l" und "r" hörbar zu machen. Sanfte Gewalt wandte ein Neurologe an, um die Beweglichkeit von Patienten nach einem Schlaganfall und die Aktivität in betroffenen Regionen ihres Hirns wiederanzukurbeln. Um Zellen zu zwingen, einmal Erlerntes aufzugeben, sind starke Stimulationen oder intensives Training erforderlich. Beim Sprechen beginnt diese kritische Zeit bereits im Alter von zehn Jahren. Danach können nur noch wenige Menschen eine Zweitsprache ohne Akzent erlernen.

Softdrinks machen dick. Insbesondere der hohe Konsum von Softdrinks erhöht nach Ansicht von US-Wissenschaftlern die Fettleibigkeit bei Schulkindern. Wie das britische Fachjournal "The Lancet" (Nr. 357, S. 490) berichtet, steigt mit jedem zusätzlich täglich getrunkenen Glas gesüßter Limonade die Wahrscheinlichkeit für Übergewicht um das 1,6-fache. Für die Studie wurden 548 Schulkinder mit einem Durchschnittsalter von knapp 12 Jahren untersucht.

Neue Methode bei Harninkontinenz. In Deutschland leiden rund zwei Millionen Frauen unter einer so genannten Stressharninkontinenz. Dabei könne der Harndrang etwa beim Husten, Lachen, Niesen oder beim Sport nicht mehr unterdrückt werden, sagte der Gynäkologe Professor Bernd-Josef Klose. Mit einer neuen Operationsmethode aus Schweden könne betroffenen Frauen wirksam geholfen werden. Bei dieser so genannten TVT-Methode ersetze ein Kunststoffband die erschlafften Bänder zur Harnröhre hin.

Sexualforscher William Masters tot. William Masters, einer der Begründer der modernen Sexualforschung, ist tot. Er sei am Freitag im Alter von 85 Jahren an den Folgen der Parkinson-Krankheit gestorben, berichtete die Zeitung "St Louis Post-Dispatch" am Sonntag unter Berufung auf Familienangehörige. Masters war seit seinem Studium in den 40er Jahren an der Sexualforschung interessiert. Zusammen mit seiner Frau Virginia Johnson, die er 1957 heiratete, gründete er das legendäre Masters und Johnson Institut. Eine ganze Reihe von Bestellern wie "Die sexuelle Revolution" und "Die sexuelle Unzulänglichkeit" machten das Team weltberühmt.

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