Welt : Neues Mittel gegen Malaria

Ein internationales Forscherteam hat eine neuartige und hochwirksame Substanz gegen die gefährliche Tropenkrankheit Malaria entwickelt. Wie die Wissenschaftler im US-Fachmagazin "Science" (Bd. 295, S. 1311) vom Freitag berichten, konnten sie an Malaria erkrankte Affen mit dem Wirkstoff vollständig heilen. Die Substanz wirke auch bei Erregern, die gegen herkömmliche Malariamedikamente resistent sind.

Auf der Suche nach einer neuen Behandlungsstrategie von Malaria synthetisierten Henri Vial von der französischen Universität Montpellier und seine Kollegen gezielt eine Reihe chemischer Verbindungen und testeten ihre Wirksamkeit. Als besonders effektiv erwies sich eine "G25" genannte Substanz. Besser als alle anderen stoppte sie die Vermehrung der Erreger (Plasmodien), indem sie die Bildung so genannter Phospholipide hemmt. Dies sind wichtige Bestandteile der Zellmembran und damit für die Einzeller lebensnotwendig. Die Substanz wirke bereits in sehr geringen Konzentrationen und sei etwa 1000 Mal weniger giftig als herkömmliche Malariamedikamente.

Malaria-Erreger verbringen einen Teil ihres sehr komplexen Entwicklungszyklus in den roten Blutkörperchen. Aus den dort produzierten Phospholipiden bilden sie Membranen, die sie vermutlich für die Nahrungsaufnahme benötigen. Im Hinblick auf die Entwicklung neuer Medikamente ist den Wissenschaftlern zufolge von Vorteil, das diese Phospholipide hauptsächlich in infizierten roten Blutkörperchen gebildet werden, nicht aber in gesunden. Notwendig ist die Entwicklung neuer Malariamedikamente, da die Erreger zunehmend Resistenzen gegen vorhandenen Präparate entwickeln.

Erst am Mittwoch hatte die Organisation "Ärzte ohne Grenzen" einen Bericht vorgestellt, demzufolge in Afrika Millionen von Menschen sterben, weil viele Erreger gegen die Medikamente resistent sind.

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