Welt : Neues Warnsystem: Gelber Blitz gegen Raser vor Schulen

Es ist Schulzeit und in der Düsseldorfer Schmiedestraße sind viele Kinder unterwegs. Viel zu schnell kommt ein Auto herangerast. Aus einer ungewöhnlichen Anlage mahnt ein gelber Blitz den Fahrer zur Vernunft. Tatsächlich drosselt der das Tempo. In Düsseldorf wird ein neues Warnsystem für Straßen an Schulen und Kindergärten getestet - bundesweit einmalig und mit großem Erfolg.

Ein Sprecher der Stadtverwaltung attestiert der Anlage Wirkung: "Das Tempo ging sichtlich runter. Trotzdem müssen wir das Gerät leider abbauen." Der Entwickler Horst Brandtner ist verzweifelt: Das nordrhein-westfälische Verkehrsministerium zeigt sich zwar grundsätzlich angetan, hat die Anlage mit einem Rundschreiben dennoch prompt verboten. Die Deutsche Verkehrswacht hatte Brandtner gebeten, etwas gegen die vielen Schulunfälle von Kindern zu tun. Der Betriebswirt und Techniker ging sich ans Werk und entwickelt den "Yellowflash". 250 000 Mark hat die Entwicklung gekostet und die Ergebnisse sind überzeugend: In Tests gingen die Tempoverstöße vor Schulen nach Aufstellen des Geräts um mehr als zwei Drittel zurück.

Nur wer zu schnell fährt, wird mit einem blitzenden Licht zur Mäßigung gerufen. "So vermeiden wir einen Gewöhnungseffekt - ohne die Leute abzulichten und zur Kasse zu bitten", erklärt Brandtner. Um die Kosten für den Staat niedrig zu halten, hat Brandtner eine Sponsoren-Fläche auf der Rückseite vorgesehen. Doch die Werbung wurde zum Stein des Anstoßes. Zwar darf vor Schulen kräftig geworben werden, aber die Rückseite des Warnsystems müsse unbedingt tabu bleiben, argumentieren die Beamten. Auch die gelbe Reflexfolie stört die Beamten - sie hat sich zwar in vielen Ländern bewährt, ist aber in der Straßenverkehrsordnung nicht vorgesehen. Die Mahnung "Langsam!" unter dem Schild stieß im Hause von NRW-Verkehrsminister Ernst Schwanhold (SPD) ebenfalls sauer auf - weder sei das Wort in der Straßenverkehrsordnung, noch im Verkehrszeichenkatalog enthalten. Zudem sei ein blitzendes Licht als Warnung zudem nur für Baustellen erlaubt - nicht aber für den Schutz von Kindern.

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