Neueste Ereignisse : IAEA: Bei Onagawa keine Radioaktivität ausgetreten

Die Situation um die Atomkraftwerke in Japan bleibt bedrohlich. Im Akw Onagawa, für das zuvor der nukleare Notfall ausgerufen worden war, ist allerdings nach neuesten Meldungen keine Radioaktivität ausgetreten.

Rettungswagen arbeiten sich durch eine Trümmerlandschaft.
Rettungswagen arbeiten sich durch eine Trümmerlandschaft.Foto: AFP

22:48: Im japanischen Atomkraftwerk Onagawa, für das am Sonntag der nukleare Notfall ausgerufen worden war, ist nach Expertendarstellung keine Radioaktivität ausgetreten. Die in der Gegend gemessene Radioaktivität über dem Grenzwert könnte vom havarierten Atomkraftwerk Fukushima stammen, teilen die japanischen Behörden der Internationalen Atomenergieorganisation IAEA mit. Die Untersuchungen hätten ergeben, dass alle drei Reaktoren in Onagawa keine Radioaktivität freisetzten. Inzwischen seien die Werte rund um das Werk wieder auf normalem Niveau.

20:48: In den japanischen Katastrophenregionen mussten bisher etwa 530.000 Menschen ihre Wohnungen und Häuser verlassen, meldet die Nachrichtenagentur Kyodo. Rund 450.000 waren durch das Beben und den Tsunami obdachlos geworden. Weitere
80.000 mussten ihre Unterkünfte verlassen, als die Behörden die Sicherheitszone um die havarierten Kernkraftwerke in Fukushima auf 20 Kilometer ausdehnten.

18:56: Im Kernkraftwerk Tokai hat sich die Lage nach Angaben der Betreiberfirma am frühen Montagmorgen (Ortszeit) wieder entspannt. Wie die Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf die Feuerwehr berichtet, versagte eine von zwei Pumpen für das Kühlsystem der rund 120 Kilometer nordöstlich von Tokio gelegenen Anlage in der Nacht zu Montag den Dienst. Lokale Behörden sagen, es gebe keinen Grund zur Sorge mit der Kühlung, da die verbleibende Pumpe ihren Dienst problemlos verrichte. Alle Kontrollstäbe seien in der richtigen Position im Reaktor hieß es. Die Betreiberfirma Japan Atomic Power Company versichert, es habe keine Zwischenfälle beim Abkühlen des Reaktors gegeben. Die Anlage hatte sich bei dem Beben am Freitag automatisch abgeschaltet.

17:10: In einem dritten Atomkraftwerk in Japan ist das Kühlsystem ausgefallen, wie die Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf die Feuerwehr berichtet. Es handelt sich um das AKW Tokai an der Ostküste südlich von Fukushima. Im Reaktor Tokai zwei des Atomkraftwerks in der Präfektur Ibaraki habe eine Pumpe des Kühlsystems die Arbeit eingestellt.

17:03: Der Reaktor 2 des Atomkraftwerks Fukushima Daiichi wird mit funktionierendem Notsystem gekühlt, während in die Reaktoren 1 und 3 Meerwasser eingeleitet wird. Das teilt die japanische Atomaufsichtsbehörde NISA (Nuclear and Industrial Safety Agency) mit. Derzeit werde Süßwasser über das normale Kernnotkühlsystem (RCIC - Reactor Core Isloation Cooling) in den Reaktor 2 eingespeist. In dem Meiler war zuvor auch der Druck angestiegen. Bei den gleichfalls von Ausfällen des Kühlsystems betroffenen Reaktoren 1, 2 und 4 des Kernkraftwerks Fukushima Daini seien die Vorbereitungen zum Ablassen von Dampf abgeschlossen, sagt eine Mitarbeiterin der Behörde. In den Reaktoren war der Druck angestiegen, durch das Ablassen des radioaktiv verseuchten Wasserdampfes kann ein Schaden am Reaktordruckbehälter vermieden werden. Wann dieses "controlled venting" erfolgen soll, steht noch nicht fest.

Erdbeben, Tsunami, Atomunfall in Japan
Die zerstörten Reaktorgebäude 1 und 2 des AKW Fukushima. Bisher hieß es nur in Reaktorblock eins sei es zu einer Kernschmelze gekommen. Nun bestätigt der Betreiber Tepco, dass die Brennstäbe auch in den Blöcken zwei und drei geschmolzen seien.Weitere Bilder anzeigen
1 von 165Foto: dpa
24.05.2011 07:40Die zerstörten Reaktorgebäude 1 und 2 des AKW Fukushima. Bisher hieß es nur in Reaktorblock eins sei es zu einer Kernschmelze...

16:37: Drei Tage nach dem verheerenden Erdbeben und der Tsunamiwelle ist im Süden Japans ein Vulkan ausgebrochen. Wie die japanische Wetteragentur berichtet, spuckt der Shinmoedake Asche und Felsen bis zu vier Kilometer in die Luft. Ob der Ausbruch in Verbindung mit dem Erdbeben vom Freitag steht, ist noch unklar. Der 1421 Meter hohe Vulkan war nach einer Ruhezeit von mehr als 50 Jahren seit Januar wiederholt aktiv. Im Februar rieten die Behörden Einwohnern in der unmittelbaren Umgebung zur Flucht, seit Anfang März hatte der Vulkan aber keine weitere Aktivität gezeigt.

16:05: Wegen des Ausfalls zahlreicher Kraftwerke hat der Energieversorger Tepco ab Montag Stromabschaltungen im Osten Japans angekündigt. Tepco habe von der Regierung die Erlaubnis erhalten, ganze Regionen einschließlich des Großraums um die Hauptstadt Tokio vom Stromnetz zu nehmen, teilt das Unternehmen mit. Geplant sei, in fünf Zonen des Versorgungsgebiets von Tepco die Stromversorgung nacheinander jeweils für drei Stunden abzuschalten. Die Blackouts sollen dabei tagsüber in der Zeit zwischen zehn Uhr vormittags und 18 Uhr erfolgen. Weitere Unterbrechungen seien bis mindestens bis Ende April nötig, teilt der Konzern laut japanischen Medien mit. Ausgenommen seien lediglich drei Versorgungsgebiete, die das Zentrum Tokios bilden und in denen unter anderem Ministerien, Botschaften, wichtige Behörden, große Hotels und Unternehmenszentralen liegen. Tepco rechtfertigte die außerordentliche Maßnahme mit der Stromknappheit, die Nachfrage liege weit über dem Angebot.

15:56: Möglicherweise sind auch Deutsche bei dem schweren Erdbeben in Japan zu Schaden gekommen. Außenminister Westerwelle sagt nach einer Sitzung des Krisenstabs in Berlin, es gebe derzeit noch keinen Kontakt zu etwa der Hälfte der rund 100 Deutschen aus der betroffenen Region. Der FDP-Politiker betont zugleich, es gebe noch keine Hinweise auf deutsche Opfer nach dem Erdbeben und dem Tsunami. Es sei unklar, ob sich die Deutschen, zu denen noch kein Kontakt besteht, zum Zeitpunkt der Katastrophe überhaupt in der Region befunden hätten. Es handele sich zumeist um deutsch-japanische Familien. Die deutschen Stellen vor Ort seien weiter bemüht, den Kontakt herzustellen. Die Lage sei jedoch unübersichtlich, daher sei eine endgültige Einschätzung noch nicht möglich.

15:31: Der Anstieg der Radioaktivität im Atomkraftwerk Onagawa ist einer japanischen Agentur zufolge Ergebnis des Lecks im Kraftwerk Fukushima. Die Betreibergesellschaft Tohoku sehe keine Probleme bei der Kühlung von Onagawa.

14:57: In Japan haben die Behörden den nuklearen Notstand in einem weiteren Atomkraftwerk ausgerufen. Für das Kraftwerk Onagawa sei wegen überhöhter Werte von Radioaktivität die niedrigste Notstandsstufe erklärt worden, teilte die Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) am Sonntag in Wien mit. Japan hatte zunächst einen Unfall im Kernkraftwerk Fukushima 1 gemeldet, wo mittlerweile eine Kernschmelze in zwei Reaktoren befürchtet wird.

14:10: Wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte, zieht der Wind weiterhin aufs offene Meer hinaus und treibt die radioaktiv verseuchte Luft weg von den Menschen. „Es gibt allerdings ein Problem in Form von aufziehenden Tiefdruckgebieten“, warnt Meteorologe Christoph Hartmann. „Dadurch könne der Wind vorübergehend drehen, auch in Richtung Tokio.“

13:52: Ein japanischer Regierungssprecher hat seine eigenen Aussagen über eine Kernschmelze im erdbebenbeschädigten Kraftwerk Fukushima Eins zurückgenommen. Yukio Edano sagte, es habe im Reaktor 3 am Sonntag keine Kernschmelze stattgefunden. Radioaktive Strahlungswerte im Kraftwerk überschritten am Sonntag die zugelassenen Werte, doch Edano versicherte, es bestehe keine Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung. Edano widersprach damit eigenen Angaben, wonach eine „geringe Kernschmelze“ nicht auszuschließen sei.

13.37: Es werden laut Agentur Jiji Vorbereitungen getroffen, den Atomreaktor Nummer 2 des Kraftwerks Fukushima 1 mit Meerwasser zu kühlen.

13:35: Nach dem Erdbeben und dem darauffolgenden Tsunami bereitet sich Japan auf ein weiteres schweres Beben vor. Es gebe eine Wahrscheinlichkeit von 70 Prozent, dass das Land in den kommenden drei Tagen von einem Erdbeben der Stärke „sieben oder mehr“ erschüttert werde, sagte Takashi Yokota von der Wetterbehörde.

13:10: Angesichts der nuklearen Katastrophe in Japan hat die Linke einen unverzüglichen und unumkehrbaren Atomausstieg in Deutschland gefordert. Die Risiken der Technik seien unbeherrschbar, erklärte die Energiepolitikerin Dorothee Menzner am Sonntag in Berlin.

12:45: Nach dem verheerenden Erdbeben in Japan sind bis zum Sonntagabend (Ortszeit) mehr als 1000 Todesopfer gefunden worden. Dies bestätigte die japanische Polizei.

11.56: Japans Ministerpräsident Naoto Kan bezeichnet die Erdbebenkatastrophe als größte Krise des Landes seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Die Probleme in den japanischen Atomanlagen unterschieden sich aber grundlegend von der Katastrophe im ukrainischen Tschernobyl, wo vor 25 Jahren das Atomkraftwerk explodierte.

11:44: Die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth verlangt angesichts der Reaktorunfälle in Japan eine neue Energiepolitik von der Bundesregierung. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) dürfe jetzt nicht nur den Finger heben und Sicherheitsprüfungen deutscher Atomkraftwerke ankündigen, sagte Roth am Sonntag auf einem Demokratiekongress ihrer Partei in Mainz.

10:48: Die Regierung in Tokio warnt vor einer Stromknappheit, die eine Rationierung des Stroms nötig machen werde.

10:28: Die Internationale Atomenergiebehörde IAEA hat den Vorfall in dem japanischen Reaktor Fukushima am Samstag mit "4" auf ihrer Ines-Skala bewertet. Das liegt derzeit deutlich unter dem Tschernobyl-Unglück (7) und auch noch unter dem Zwischenfall von 1979 auf Three Mile Island (5) in den USA. Ines steht für International Nuclear Event Scale.

9:19: Die japanische Regierung hält eine weitere Explosion in der Atomanlage Fukushima 1 für möglich. „Wir können nicht ausschließen, dass sich im Bereich des Reaktors 3 wegen einer möglichen Ansammlung von Wasserstoff eine Explosion ereignen könnte“, sagte Regierungssprecher Yukio Edano.

8:15: In der japanischen Katastrophenregion Miyagi hat es möglicherweise 10.000 Toten gegeben. Das berichtete der japanische Fernsehsender NHK unter Berufung auf die örtliche Polizei. Unterdessen haben Experten in Miyagi eine 400 Mal höhere Radioaktivität als normal gemessen.

8:15: Ein Rettungsteam des Technischen Hilfswerks bereitet nach seiner Ankunft in Japan trotz radioaktiver Strahlung in einigen Regionen seinen Einsatz vor.

8:03: Im Reaktor 3 des beschädigten Atomkraftwerks Fukushima Eins ist es nach Angaben eines Regierungssprechers möglicherweise zu einer teilweisen Kernschmelze gekommen. Wie bereits zuvor am Reaktor Nummer 1 sei die Kühlfunktion ausgefallen. Dadurch sei das Kühlwasser zurückgegangen. „Es kann sein, dass es eine geringe Kernschmelze gab“, sagte Yukio Edano am Sonntag.

7:45: Der Atomunfall nach dem schweren Erdbeben in Japan wächst sich zur nuklearen Katastrophe aus. In der Atomanlage Fukushima Eins versuchten Fachleute am Sonntag weiter verzweifelt, eine vermutete Kernschmelze zu stoppen. Unterdessen haben Atomexperten in der nordöstlichen Provinz Miyagi eine 400 Mal höhere Radioaktivität als normal gemessen.

7:44: Nach dem schweren Erdbeben und dem anschließenden Tsunami sind an den Küsten der Provinzen Miyagi und Iwate mehr als 600 Leichen gefunden worden.

4:59: Das verheerende Erdbeben in Japan vom vergangenen Freitag hatte nach revidierten Angaben eine Stärke von 9,0. Das gab die Meteorologische Behörde in Tokio am Sonntag bekannt. Zuvor hatte sie die Stärke auf 8,8 beziffert, während amerikanische Seismologen 8,9 gemessen hatten. Unterdessen arbeiten die Einsatzkräfte auf Hochtouren. 390 000 Menschen sind nach Medienberichten vor den verheerenden Zerstörungen geflohen.

3:56: Ein Team des Technischen Hilfswerks (THW) ist am frühen Sonntagmorgen in Tokio angekommen. Die 38 Männer und Frauen seien um 0.24 Uhr mit einer Maschine am Flughafen Narita gelandet, sagte THW-Sprecher Nicolas Hefner in Bonn. Die Helfer hätten drei Suchhunde sowie rund zwölf Tonnen Gerät zur Ortung und Bergung von Verschütteten und zur Messung von radioaktiver Strahlung dabei.

2:39: Ein starkes Nachbeben hat am Sonntagmorgen den Großraum der japanischen Hauptstadt Tokio erschüttert. In der Stadt wankten Hochhäuser. Freitag hatte ein Beben der Stärke 8,9 in Japan schwere Verwüstungen angerichtet.

0:05: Nach dem Atomunfall in Japan sind in der Nähe des Kraftwerks Fukushima 15 Personen verstrahlt worden, wie die Nachrichtenagentur Kyodo am Sonntagmorgen (Ortszeit) meldete. Am Samstag hatte die Agentur noch berichtet, dass drei Menschen aus der evakuierten Zone im Umkreis der Anlage verstrahlt worden seien.

Sonntag, 0:05: Die Evakuierung des Gebiets rund um die beiden Atomkraftwerke in Fukushima betrifft inzwischen rund 200.000 Menschen. Wie die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) am späten Samstagabend mitteilt, werden die Gebiete im Umkreis von 20 Kilometern um das AKW Fukushima Eins und im Umkreis von 10 Kilometern um Fukushima Zwei evakuiert. 170.000 Menschen seien bei dem ersten und 30.000 Menschen bei dem zweiten Atomkraftwerk betroffen. Die Evakuierung sei aber noch nicht beendet, heißt es.

Samstag, 22:44: In dem vom Erdbeben beschädigten japanischen Atomkraftwerk sind neue Probleme aufgetreten. Wie die Atomsicherheitsbehörde des Landes mitteilt, fiel an einem anderen Reaktor der Anlage Fukushima Daiichi das Notkühlsystem aus. Daher sei es nun dringend nötig, einen Weg zu finden, wie der Reaktor 3 mit Wasser versorgt wird, sagt ein Behördenvertreter auf einer Pressekonferenz. Im Reaktor 1 war es zu einer Explosion gekommen. Diese hatte das Dach und die oberen Mauern des Gebäudes weggesprengt, nach Angaben der Regierung die innere Sicherheitshülle aber nicht beeinträchtigt. Es seien nur geringe Mengen von Radioaktivität ausgetreten. Nach Auskunft der Atomsicherheitsbehörde waren womöglich zumindest neun Menschen radioaktiver Strahlung ausgesetzt. Die Zahl könnte sich auf 160 erhöhen.

22:08: Nach Beratungen der Bundesregierung zum Atomunfall in Japan hat Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) die Kernenergie als Auslaufmodell bezeichnet. In einem Interview der ARD-Sendung "Tagesthemen" sagt Röttgen: "Wir betrachten sie als Brücke, das heißt, sie ist ein Auslaufmodell." Die Ereignisse dieser Tage hätten bewusst gemacht, "dass wir eine andere Energieversorgung brauchen."

21:02: Satellitendaten aus Deutschland helfen bei der Bewältigung der Naturkatastrophe in Japan - und zeigen, dass der Tsunami stellenweise bis zu fünf Kilometer ins Land vorgedrungen ist. "Wir können die schweren Schäden an Straßen, Brücken, Gebäuden gut erkennen. Dies sind wichtige Informationen für die Helfer vor Ort", erklärt Stefan Voigt, Wissenschaftler am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen bei München. Dort hatten Experten 36 Stunden lang Daten und Satellitenbilder ausgewertet.

19:04: Kanzlerin Angela Merkel (CDU) kündigt angesichts des Atomunfalls in Japan die Überprüfung der Sicherheitsstandards bei den deutschen Atomkraftwerken an. Dies werde gemeinsam mit den zuständigen Länderministern geschehen. "Die Geschehnisse in Japan sind ein Einschnitt für die Welt", sagt Merkel in Berlin. Wenn in einem solch hoch entwickelten Land wie Japan mit höchsten Sicherheitsstandards ein solcher Unfall passiere, könne "auch Deutschland nicht einfach zur Tagesordnung übergehen". Merkel betont aber: "Wir wissen, wie sicher unsere Kraftwerke sind." Dennoch werde genau verfolgt, was die Analyse der Katastrophe in Japan ergebe.

19:01: Das Auswärtige Amt geht Hinweisen nach, wonach sich ein deutscher Kernenergietechniker im Katastrophengebiet rund um das Atomkraftwerk Fukushima aufhalten könnte. Man stehe mit dessen Angehörigen in engem Kontakt, sagte eine Sprecherin am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. Zuvor hatte sich eine Frau bei der dpa gemeldet, deren Mann für den französischen Atomkonzern Areva in dem Unglücksreaktor Fukushima gearbeitet haben soll.

18:33: Die Strahlendosis am japanischen Atomkraftwerk Fukushima Eins hat den zulässigen Grenzwert überschritten. Dies teilen die japanischen Behörden der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) mit. Mehr Details dazu nennen sie nicht.

17:41: Die japanische Atomaufsicht hat die Explosion in einem Reaktor des Kraftwerkes Fukushima 1 als "Unfall" auf der internationalen Störfallskala eingestuft. Der Vorfall werde in die Kategorie Nummer vier der von null bis sieben reichenden Skala eingeordnet, teilt die Behörde für Atomsicherheit mit. Nach Angaben des deutschen Bundesamtes für Strahlenschutz können Vorfälle in dieser fünfthöchsten Kategorie eingestuft werden, wenn es zu einer geringen Freisetzung von radiaktivem Material gekommen ist und "begrenzte Schäden" am Reaktorkern aufgetreten sind. Das Atomunglück von Tschernobyl war Stufe sieben, ein sogenannter "katastrophaler Unfall".

17:27: Im japanischen Atomkraftwerk Fukushima 1 ist es nach Meinung von Experten bereits zu einer Kernschmelze gekommen. Eberhard Grauf, der ehemalige Betriebsleiter des Atomkraftwerks Neckarwestheim 1, sagt dem Tagesspiegel: "Ich denke, dass es in Japan zu einer parziellen Kernschmelze gekommen ist." Wenn es jedoch gelingen sollte, den Reaktordruckbehälter der havarierten Anlage mit einer Mischung aus Meerwasser und Borsäure zu füllen, wie es die japanische Regierung angekündigt hat, dann müsse es gelungen sein, die Kühlpumpen wieder mit Strom zu versorgen, sagt er weiter. Gelinge das, könne "die Bevölkerung vor einer hohen Strahlung geschützt werden". Der Unfall wäre dann vergleichbar mit der Atomkatastrophe von Three Miles Island in Harrisburg in den USA. Ein Szenario wie beim Supergau in Tschernobyl ließe sich aber noch vermeiden, sagt Grauf.

17:16: Der Unfall im japanischen Atomkomplex Fukushima ist nach Ansicht von Greenpeace "ein neues historisches Ereignis" in der Geschichte der Atomunfälle. Der Fall sei nicht mit dem Gau 1986 in Tschernobyl (Ukraine) vergleichbar, wo der Reaktor tagelang gebrannt hatte und dadurch viel Radioaktivität in die Atmosphäre gebracht worden war, sagt ein Sprecher. Das Dramatische in Fukushima sei, dass neben der möglichen Kernschmelze in Block 1 in einem weiteren Kraftwerksblock ein solches
Szenario drohe. "Fünf von zehn Reaktoren in Fukushima sind ohne Kühlung", sagt der Sprecher unter Verweis auf Informationen aus der Krisenregion. Angesichts der Verkettung unterschiedlicher Ereignisse sei die Lage womöglich außer Kontrolle. "Es ist dramatisch, weil derzeit scheinbar unkontrolliert Radioaktivität austritt."

17:12: Deutschland hat weitere 38 Helfer des Technischen Hilfswerks (THW) sowie eine Hundestaffel nach Japan entsandt. Dies teilt Außenminister Guido Westerwelle in Berlin mit. Zuvor hatten sich bereits sechs Helfer auf den Weg gemacht. Sie sollen nach der Tsunami-Katastrophe bei der Suche und Bergung von Vermissten helfen. Um diese Unterstützung habe Tokio ausdrücklich gebeten, sagt Westerwelle. Weitere Anforderungen seien noch nicht ergangen.

16:27: Die EU-Kommission will eine Sondersitzung zur Nuklearsicherheit einberufen. EU-Energiekommissar Günther Oettinger wolle "Anfang der Woche" Vertreter der nationalen Atomaufsichtsbehörden sowie Hersteller und Betreiber von Atomkraftwerken nach Brüssel einladen, teilt die Kommission in Brüssel mit.

15:44: Nach dem Atomunfall in Japan sind drei Anwohner des Kraftwerks Fukushima einer Meldung der Nachrichtenagentur Kyodo zufolge verstrahlt worden. Es handle sich um Menschen aus der evakuierten Zone im Umkreis der Anlage.

15:32: Nach dem dramatischen Atomunfall in Japan will Bundeskanzlerin Angela Merkel auch die Fraktionsvorsitzenden der Bundestagsparteien informieren. Die CDU-Chefin habe für Samstagabend alle Fraktionschefs zu einer Telefonkonferenz gebeten, erklären Regierungskreise am Samstag in Berlin. Sie bestätigen damit eine Meldung des Tagesspiegel.

15:28: Der Tsunami im Pazifik tötet in Indonesien einen Menschen und zerstört etliche Häuser. Die von dem Erdbeben vor Japan ausgelöste Welle ist etwa zwei Meter hoch, als sie gegen Mitternacht einen Küstenabschnitt in Papua auf der Insel Neuguinea überflutet, wie die staatliche Nachrichtenagentur Antara berichtet. Stunden zuvor hatte die Regierung die Tsunami-Warnung wieder aufgehoben. Mindestens 19 Familien wurden laut Antara obdachlos, Dutzende Boote zerstört. Ein 35-jähriger Mann verlor in den Fluten sein Leben, als er seine Familie retten wollte. Später wurde sein Leichnam gefunden.

15:23: Das Auswärtige Amt in Berlin warnt Bundesbürger vor Aufenthalten im Krisengebiet im Nordosten Japans. Generell rate die Bundesregierung von allen nicht erforderlichen Reisen nach Japan ab, sagt Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP). Er empfiehlt zudem allen Deutschen in der Region um die beschädigten Atomkraftwerke von Fukushima, aber auch im Großraum um die Großstädte Tokio und Yokohama eine Ausreise zu prüfen.

14:57: Seit dem verheerenden Erdbeben der Stärke 8,9 und dem anschließenden Tsunami in Japan ist die Unglücksregion von zahlreichen weiteren Erdstößen erschüttert worden. Die US-Wissenschaftsbehörde United States Geological Survey (USGC) registrierte seit Freitag allein 25 Beben ab der Stärke 6. Hinzu kamen über 150 schwächere Nachbeben.

14:39: Nach einem Medienbericht werden in einer Hafenstadt im Nordosten Japans noch 10.000 Menschen vermisst. Wie der öffentlich-rechtliche Sender NHK berichtet, handelt es sich um den Ort Minamisanriku in der nordöstlichen Präfektur Miyagi. Laut der Nachrichtenagentur Kyodo würde damit mehr als die Hälfte der Gesamtbevölkerung von 17.000 Menschen in der Stadt vermisst.

14:30: Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) vermutet, dass es in dem japanischen Kernkraftwerk Fukushima zu einer Kernschmelze gekommen ist. "Anhand der uns vorliegenden Informationen neigen wir dazu, dass dort eine Kernschmelze im Gange ist", sagt Röttgen am Samstagmittag im WDR-Hörfunk. Dennoch sei eine Bedrohung für Deutschland und Europa nahezu ausgeschlossen.

13:44: Einen Tag nach dem verheerenden Erdbeben in Japan wird der offizielle Stand des Landes auf der weltweit größten Reisemesse ITB in Berlin geschlossen. Das teilt die Messe Berlin mit. Ein Sprecher der ITB sagt: "Wir bedauern dies sehr, haben aber absolut Verständnis für die Situation und trauern mit den Kolleginnen und Kollegen aus Japan."

13:24: Die japanische Betreibergesellschaft des Atomkraftwerks Fukushima erklärt, dass es keinen Schaden am Reaktorgehäuse gegeben hat. Das meldete die Nachrichtenagentur Kyodo. Es war zu einer Explosion bei der Anlage gekommen. Diese werde aber zu keinem großen radioaktiven Leck führen, sagt Regierungssprecher Yukio Edano. Die Evakuierung der Landstriche rund um die Anlage sei eine Vorsichtsmaßnahme und nicht wegen besonderer Gefahren erfolgt.

13:06: Japans Premierminister Naoto Kan zeigt sich besorgt über die Lage nach dem Atomunfall, spricht aber nicht von einer Kernschmelze im beschädigten Atomkraftwerk Fukushima. Die Explosion vom Nachmittag werde zu keinem größeren radioaktiven Leck führen, sagt anschließend sein Regierungssprecher Yukio Edano.

12:36: Bundeskanzlerin Angela Merkel, Außenminister Guido Westerwelle und Umweltminister Norbert Röttgen wollen am Samstagabend bei einem Krisentreffen die Konsequenzen aus dem Reaktorunfall im japanischen Fukushima erörtern. Anschließend wird die Kanzlerin ein Statement zur Lage (1845) abgeben. Das sagt Regierungssprecher Steffen Seibert am Samstag der Nachrichtenagentur dpa.

12:32: Nach einem Bericht von tagesschau.de soll es im AKW Fukushima eine Kernschmelze gegeben haben. Dafür gibt es noch keine offizielle Bestätigung.

12:02: Beamte der japanischen Atomsicherheitsbehörde glauben nicht, dass es am Gehäuse des Reaktors Nummer 1 im Kernkraftwerk Fukushima Eins zu ernsten Schäden gekommen ist. Zu dieser Einschätzung seien sie nach Prüfung jüngster Radioaktivitätswerte nach der Explosion vom Nachmittag (Ortszeit) gekommen, berichtet die Nachrichtenagentur Kyodo.

11:13: Die japanische Regierung weitet den Evakuierungsradius um die beschädigten Kernkraftwerke Fukushima Eins und Zwei von 10 auf 20 Kilometer aus. Die Provinzregierung habe eine entsprechende Weisung des Premierministerbüros erhalten, meldet die Agentur Jiji. Die radioaktive Strahlung falle nach einem Anstieg nun wieder, so die Agentur Kyodo.

10:39: Die beiden japanischen Autokonzerne Nissan und Honda stellen nach dem verheerenden Erdbeben und Tsunami in Japan die Produktion in sämtlichen heimischen Fabriken ein. Das berichtet die Nachrichtenagentur Kyodo.

10:36: Augenzeugen in Japan berichten von Hamsterkäufen. Einige Bürger seien bereits Richtung Süden aufgebrochen, um sich vor einer möglichen Atomkatastrophe im Nordosten des Landes in Sicherheit zu bringen.

10:26: Ein japanischer Regierungssprecher bezeichnet die Lage nach der Explosion im Atomkraftwerk Fukushima als eine "vermutlich sehr ernste Situation"t. Er ruft die Bevölkerung auf, ruhig zu bleiben, meldet der Fernsehsender NHK.

9:35: Unmittelbar vor der Explosion in dem beschädigten japanischen Atomkraftwerk in Fukushima hat es eine Erschütterung gegeben. Das berichtet die japanische Nachrichtenagentur Kyodo.

9:24: Bei einer Explosion im japanischen Atomkraftwerk Fukushima sind nach Erkenntnissen des Betreibers Tepco vier Menschen verletzt worden. Das meldet die japanische Nachrichtenagentur Kyodo.

9:14: Fernsehbilder des japanischen TV-Senders NHK deuten darauf hin, dass bei der Explosion Teile der Gebäudehülle des Reaktors Fukushima 1 weggebrochen sind.

8:59: In dem beschädigten Atomkraftwerk in Fukushima hat es offenbar eine Explosion gegeben. Es habe das Geräusch einer Explosion gegeben, danach sei weißer Rauch aufgestiegen, berichtet der japanische Fernsehsender NHK. Die Ursache sei noch unbekannt. Laut dem Betreiber Tepco scheine es mehrere Verletzte zu geben, meldet die japanische Nachrichtenagentur Jiji Press.

6:38: In der Nähe des beschädigten japanischen Atomkraftwerks Fukushima ist radioaktives Cäsium festgestellt worden. Das berichtet die Nachrichtenagentur Kyodo am Samstag unter Berufung auf die Atomsicherheitskommission. Es sei möglich, dass in dem Reaktor eine Kernschmelze ablaufe. Nach dem verheerenden Erdbeben am Freitag war das Kühlsystem des Reaktor ausgefallen. Bis Samstag war es nicht gelungen, die Störung zu beheben.

1:29: Nach dem Ausfall der Kühlanlage im japanischen Atomkraftwerk Fukushima 2 ordnen die Behörden auch dort Evakuierungen in einem Umkreis von drei Kilometern an.

0:48: Auch für das japanische Atomkraftwerk Fukushima 2 wird der atomare Notfall ausgerufen. Das Kühlsystem in den drei Reaktoren des AKW sei ausgefallen, berichtet die Agentur Kyodo.

Freitag, 23:02: Im Kontrollraum des japanischen Atomkraftwerks Fukushima Nummer 1 ist die Radioaktivität auf das 1000-Fache des normalen Werts gestiegen. Es kann sein, dass Radioaktivität auch aus der Anlage ausgetreten ist. Der Evakuierungsbereich wird auf 10 Kilometer ausgeweitet.

21:11: Über zwei Meter hohe Tsunami-Wellen treffen den nordkalifornischen Ort Crescent City. Mehr als 30 Boote im Hafen werden beschädigt.

21:11: Die Tsunami-Welle im Pazifik erreicht Neuseeland. Dort wird aber nur ein um 15 bis 20 Zentimeter höherer Wasserstand gemessen.

20:33: In der Provinz Nagano erschüttert ein Beben der Stärke 6,6 um 3:59 Uhr die Erde. Eine Tsunami-Warnung geben die Behörden aber nicht aus. Die Region liegt weit von der Gegend entfernt, die von dem Beben der Stärke 8,8 heimgesucht worden war. (dpa/dapd/AFP/rtr)

220 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben