NEUN EINSÄTZE IN BERLIN : Der Taser – seit sieben Jahren „getestet“

Der Taser wird auch in Berlin erprobt – seit mittlerweile sieben Jahren. Jeder der bisher neun Einsätze wurde ausführlich dokumentiert. Der letzte datiert von Februar 2007, als am Brandenburger Tor ein Verwirrter außer Gefecht gesetzt wurde. 2001 hatte das Spezialeinsatzkommando das Gerät zum ersten Mal eingesetzt, um einen Selbstmörder zu retten. 2005 hatte der siebte Einsatz Schlagzeilen gemacht, als es in Charlottenburg einem Selbstmörder gelang, trotz Taser- Einsatzes in den Tod zu springen. Die Untersuchung ergab, dass Robert R. derartig dicke Kleidung trug, dass der Stromstoß des Tasers „M 26“ nicht wirkte. Daraufhin beschaffte das SEK ein moderneres Modell, den „X 26“. Dieses wurde bislang zweimal verwendet.

Die Polizei sieht in der Elektroschockpistole keine Auf-, sondern eine Abrüstung. Es könne helfen, Täter unschädlich zu machen, auf die sonst mit scharfer Waffe geschossen worden wäre. Erst vor vier Wochen war im westfälischen Löhne ein psychisch Kranker vom SEK erschossen worden, nachdem der Einsatz des Tasers bei dem hochgradig erregten Mann nicht gewirkt hatte: Er attackierte die Beamten mit einem Messer und wurde in Notwehr erschossen.

In Berlin gilt das Gerät als Schusswaffe und darf deshalb nur sehr restriktiv verwendet werden; in anderen Ländern wie Niedersachsen ist er als „Hilfsmittel“ rechtlich dem Gummiknüppel und Pfefferspray gleichgesetzt. Dem Vernehmen nach ist ein Ende der „Erprobung“ in Berlin nicht abzusehen – weil die Politik die zwangsläufig ausbrechenden Diskussion scheut. Berlins SEK-Chef forderte bereits 2004 die reguläre Einführung. Ha

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