Welt : Neun Menschen sterben bei Erdbeben in Türkei

46 Verletzte in Bergregion 900 Kilometer östlich von Ankara

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Istanbul (dpa). Ein mittelschweres Erdbeben hat im Osten der Türkei neun Menschen das Leben gekostet, darunter sieben Kinder. 46 Dorfbewohner wurden durch das Beben der Stärke 5,1 auf der Richterskala verletzt, teilte der Provinzgouverneur von Erzurum, Mustafa Malay, am Freitag mit. In 15 Dörfern richtete das Beben, das den Westen der Provinz Erzurum, etwa 900 Kilometer östlich von Ankara, am Donnerstag gegen 21.30 Uhr Ortszeit erschütterte, schwere Verwüstungen an. Der Erdstoß dauerte etwa zehn Sekunden und war auch in Nachbarprovinzen zu spüren.

Das am stärksten betroffene Dorf Kücükgecit sei dem Erdboden gleichgemacht worden, berichteten türkische Fernsehsender. Mehr als ein Dutzend Lehmhäuser und auch ein Schulgebäude seien eingestürzt.

Allein in Kücükgecit starben acht Menschen. Keines der 45 Häuser des Dorfes sei mehr bewohnbar. Die Bewohner wurden zunächst in einer Zeltstadt des Roten Halbmonds am Ortsrand untergebracht.

Panik löst eines von zahlreichen Nachbeben aus, das sich ausgerechnet während der Bestattung der Todesopfer am Freitagmittag in der Kreisstadt Askale ereignete. Da Teile des Minaretts herabzufallen drohten, wurde dieser Bereich abgesperrt. Selbst in der 40 Kilometer entfernten Provinzhauptstadt Erzurum blieben zahlreiche Bewohner ihren Häusern zunächst fern. Dort waren in der Nacht mehrere Menschen mit einem Schock ins Krankenhaus gebracht worden.

Die türkische Hilfsorganisation Roter Halbmond schickte Zelte, Decken und Verpflegung ins Erdbebengebiet. 30 der insgesamt 46 Verletzten konnten das Krankenhaus am Freitagmorgen nach ambulanter Behandlung wieder verlassen. Die türkische Regierung stellte der Region eine Soforthilfe von 200 Milliarden Lira (125 000 Euro) zur Verfügung. Fast die gesamte Türkei ist erdbebengefährdet. Bei einem großen Beben 1999 kamen mehr als 20 000 Menschen ums Leben.

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