Neuseeland : Keine Hoffnung mehr für verschüttete Kumpel

Neuseeland trauert um die 29 eingeschlossenen Kumpel, für die es nach einer zweiten Explosion offenbar keine Überlebenschancen mehr gibt.

Keine Hoffnung mehr die Kumpel
Keine Hoffnung mehr die KumpelFoto: dpa

„Nach den uns vorliegenden Einschätzungen glauben wir, dass niemand überlebt hat“, sagte Polizeichef Gary Knowles am Mittwoch. Zuvor waren etliche Versuche unternommen worden, die Verschütteten zu bergen - ohne Erfolg. Premierminister John Key sprach von einer „nationalen Tragödie“.

Die Männer - darunter auch zwei Australier, zwei Briten und ein Südafrikaner - galten seit der ersten Explosion am vergangenen Freitag in der Pike-River-Mine nahe der Stadt Greymouth als vermisst. Wegen der steigenden Konzentration von giftigen Methangasen konnten die Rettungskräfte nicht in den Stollen hinabsteigen.

Ein mit Kameras ausgestatteter Spezialroboter blieb nach knapp 1000 Metern wegen eines Kurzschlusses stecken. Auch ein 15 Zentimeter breiter Schacht, durch den eine Kamera in die Tiefe gelassen werden sollte, brachte keine Erkenntnisse über das Schicksal der eingeschlossenen Männer. Das explosive Gasgemisch löste nach Polizeiangaben schließlich um 14.37 Uhr (Ortszeit) die zweite Detonation aus.

Nach einem Treffen mit den Angehörigen zeigte sich Bezirksbürgermeister Tony Kokshoorn erschüttert: „Als die Nachricht kam, sind alle durchgedreht. Überall haben Menschen offen geweint. Sie haben geschrien, die ganze Sache hat sie ganz krank gemacht.

Und sie fühlen sich getäuscht.“ Unter die Fassungslosigkeit der Menschen mischte sich auch Wut auf die Polizei, da diese nach Ansicht vieler Menschen verhindert hat, dass die Rettungskräfte mit ihren Bergungsarbeiten sofort nach der ersten Explosion beginnen. „Ich als Neuseeländer fühle mich von der Polizei im Stich gelassen“, sagte ein Bewohner der Stadt der Nachrichtenagentur AFP. Ein weiterer ist überzeugt, die Polizei hätte gleich am Freitag „runtergehen sollen“. Das Minenunglück war das schwerste in Neuseeland seit 1914.

Damals starben 43 Menschen bei einer Gasexplosion in einer Mine auf der Nordinsel. Kokshoorn bezeichnete den Tod der 29 Männer in Greymouth als „dunkelste Stunde“ für den Bergbau an der neuseeländischen Westküste. Großbritanniens Königin Elizabeth II.
erklärte, sie sei „tieftraurig“ über das Unglück. Die Queen ist bis heute offiziell Staatsoberhaupt der ehemaligen britischen Kolonie.

Die Rettungskräfte am Unglücksort sollen nun die Leichen der Vermissten bergen - „sobald die Gaskonzentration zurückgeht“, sagte Peter Whittall, Direktor des Minenbetreibers Pike River Coal. „Wir wollen unsere Jungs zurück.“ (AFP)

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